Mehr wagen! – Die DL21 im Grundsatzprogrammprozess der SPD

18. November 2025

Wir wollen gemeinsam eine Idee entwickeln, deren Zeit gekommen ist!

Die SPD hat auf dem Bundesparteitag 2025 beschlossen, ein neues Grundsatzprogramm zu erarbeiten. Als DL finden wir, dass wir dabei mitreden sollten.

Wir wollen den Grundsatzprogramm-prozess der SPD nutzen, um unsere linke, sozialistische Perspektive einzubringen; aber vor allem, um einen Raum für die Debatten zu schaffen, die wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten so dringend führen müssen!

Hier, aber auch in unserem Newsletter, Briefen und durch unsere Regionalgruppen erfährst du deshalb in den kommenden Monaten alles über den Grundsatzprogrammprozess der SPD und was wir als DL21 planen, um uns einzubringen.

Unsere Herbsttagung vom 14. – 15. November

Ein wichtiger Meilenstein für den Auftakt für unseren Prozess zum Grundsatzprogrammprozess der SPD wird unsere Herbsttagung vom 14. – 15. November in Berlin sein.

Als unser Mitglied wirst du schon bald über den genauen Ablauf und Programm informiert.

Wir wollen die Tagung nutzen, um zusammen mit unseren Mitgliedern zu diskutieren, wie der kommende Weg der Sozialdemokratie aussehen muss.

Die DL21 im Grundsatzprogrammprozess: Digitale Mitgliederschalte

Im kommenden Monat wird es mit dem Grundsatzprogrammprozess innerhalb der SPD weitergehen. Es stehen erste Auftaktveranstaltungen in Form von Unterbezirksvorsitzendenkonferenzen und einem digitalen Mitgliederforum an, aus denen auch Mitgliederversammlungen Regionalebene zum Grundsatzprogrammprozess entstehen sollen.

Wir wollen einen Schritt schneller sein und laden deshalb dich und alle unsere Mitglieder zu einer gemeinsamen Schalte am 07. November um 19:00 ein!

Gemeinsam wollen wir diskutieren, was wir vom Grundsatzprogrammprozess der SPD erwarten, welche Themen euch beschäftigen, was davon ins Grundsatzprogramm sollte und welche Vorgehensweise wir finden, um uns schon jetzt einzubringen!

Komm auf jeden Fall vorbei, wenn du mit uns diskutieren möchtest, wie sich die SPD für die Zukunft ausrichten muss!

Veranstaltungen in unseren Regionalgruppen

Schon jetzt ermutigen wir unsere DL21-Regionalgruppen bundesweit und als Vorbereitung für unsere Herbsttagung eigene Veranstaltungen umzusetzen. Überprüfe also regelmäßig deine E-Mails und üblichen Kontaktwege, wann eine Veranstaltung in deiner Nähe stattfindet.

Falls du von deiner Regionalgruppe noch nichts gehört hast, aber selbst aktiv werden möchtest, findest du hier ein Beispielkonzept für eine eigene Veranstaltung bei dir vor Ort. Vielleicht hast du ja Lust, etwas Ähnliches umzusetzen? Wende dich gerne an unsere Geschäftsstelle, z. B. unter info@dl21.de, wo du Unterstützung bekommst!

Anhebung des Mindestlohns auf 15 Euro ist dringend notwendig

15. Mai 2024

Erik von Malottki und sein Wahlkampfteam

Das Forum Demokratische Linke DL21 begrüßt die Unterstützung des Bundeskanzlers Olaf Scholz für die Forderung einer Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 15 Euro.

„Wir müssen noch entschiedener gegen den Niedriglohnsektor im Land vorgehen. Dafür ist eine Erhöhung des Mindestlohns unabdingbar und absolut richtig. Der Kanzler folgt unserer Forderung, für die wir bereits beim letzten Bundesparteitag der SPD im Dezember 2023 geworben haben. Die SPD-Basis und der Großteil der Bevölkerung wollen faire Löhne und einen höheren Mindestlohn. Wer arbeitet, darf nicht in der Altersarmut landen, sondern muss von seinem Lohn leben können. Die jetzt beschlossene Erhöhung auf 12,82 Euro ist ohne Zustimmung der Gewerkschaften in der Mindestlohnkommission erfolgt. Die Arbeitgeber müssen sich fragen, warum sie zum ersten Mal das Konsensprinzip in der Kommission gebrochen haben und die Tarifbindung im Land immer weiter zurückgeht. Gerade in Ostdeutschland werden viele Menschen von der Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro profitieren und ist besonders hier auch eine Maßnahme gegen Politikverdrossenheit und Frust. „Wir müssen noch entschiedener gegen den Niedriglohnsektor im Land vorgehen. Dafür ist eine Erhöhung des Mindestlohns unabdingbar und absolut richtig. Der Kanzler folgt unserer Forderung, für die wir bereits beim letzten Bundesparteitag der SPD im Dezember 2023 geworben haben. Die SPD-Basis und der Großteil der Bevölkerung wollen faire Löhne und einen höheren Mindestlohn. Wer arbeitet, darf nicht in der Altersarmut landen, sondern muss von seinem Lohn leben können. Die jetzt beschlossene Erhöhung auf 12,82 Euro ist ohne Zustimmung der Gewerkschaften in der Mindestlohnkommission erfolgt. Die Arbeitgeber müssen sich fragen, warum sie zum ersten Mal das Konsensprinzip in der Kommission gebrochen haben und die Tarifbindung im Land immer weiter zurückgeht. Gerade in Ostdeutschland werden viele Menschen von der Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro profitieren und ist besonders hier auch eine Maßnahme gegen Politikverdrossenheit und Frust.“ 

Erik von Malottki, Co-Vorsitzender der DL21

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit in der SPD (AfA) und den Jusos hat die DL21 zum Bundesparteitag der SPD im Dezember 2023 einen Antrag für eine Anhebung des Mindestlohns auf 15 Euro eingebracht, welcher durch eine Anpassung des Leitantrags durch den Bundesparteitag bestätigt wurde Der Beschluss umfasst dabei neben der Erhöhung des Mindestlohns auch eine Reform der zuständigen Mindestlohnkommission, mit dem Ziel, besser einen angemessenen Mindestschutz der Beschäftigten zu erreichen und die Empfehlungen der EU-Mindestlohnrichtlinie in die Kommissionsarbeit aufzunehmen.

Resolution der DL21-Regionalgruppe Berlin

4. Mai 2024

Kian Niroomand und Jana Bertels kandidieren für den Landesvorstand der Berliner SPD.

Das Berliner Forum der DL21 unterstützt Jana und Kian in der Stichwahl um den Landesvorsitz der Berliner SPD.

Ein Jahr nach dem knappen Mitgliederentscheid für eine Koalition mit der CDU haben die Berliner SPD-Mitglieder in der ersten Runde des Mitgliedervotums gezeigt, dass sie kein einfaches „Weiter so“ wollen, sondern einen spürbaren politischen und personellen Neuanfang. In welche Richtung dieser gehen wird, ist noch nicht entschieden, sondern hängt von uns allen ab.

1. Zusammen gestalten.

Berlin braucht eine SPD, die sich auf das große Potenzial ihrer über 18.000 Mitglieder stützt, der ehrenamtlichen Funktionär*innen genauso wie der Mandatsträger*innen im Abgeordnetenhaus, im Senat und in den Bezirken. Sie alle sind unser Bindeglied zur Stadtgesellschaft in all ihrer Vielfalt.

2. Selbstbewusste BerlinSPD.

Die Berliner SPD-Mitglieder haben gezeigt, dass sie eine selbstbewusste Partei wollen, die die Stadt sozial gestaltet und voranbringt. Sie ist kritisch und diskussionsfreudig, auch mit sich selbst. Sie ist lebendig und spannend. Sie ist nicht „zerrissen“ und lässt sich das auch nicht einreden. Nur gemeinsam werden wir die Herausforderungen für die Menschen in unserer Stadt lösen, es darf kein Ausspielen von Innenstadt gegen Außenbezirke oder von Altbau gegen Plattenbau und Reihenhaus geben.

3. Soziale Stadtpolitik.

Die Berliner SPD braucht keine Parteispitze, die die eigene Partei und ihre politische Arbeit schlecht redet. Sie braucht auch keine abstrakte Scheindebatte über eine angebliche „Umsonst-Stadt“, die gerade aktuell angesichts steigender Lebenshaltungskosten wenig mit der Lebensrealität der meisten Berliner*innen zu tun hat.

Wir brauchen eine klare soziale Stadtpolitik! Große Teile der Stadt sind von den Kosten der Krise und steigenden Mieten betroffen: Arbeitnehmer*innen, Studierende, Alleinerziehende, Familien und Rentner*innen. Deshalb brauchen wir eine Entlastung für alle, egal ob sie in der Innenstadt oder am Stadtrand wohnen.

4. Umfairteilung.

Starke Schultern müssen mehr für die Gemeinschaft tragen als schwache. Dafür sorgt ein gerechtes und progressives Steuersystem. Wir bekennen uns zu einem gebührenfreien Bildungssystem von der Kita bis zur Hochschule als zentrale Errungenschaft sozialdemokratischer Politik der letzten Jahre. Das sichert Teilhabe und wir lassen uns auch nicht einreden, dass dies im Widerspruch zur Qualität der Angebote steht. Die Verteilungsfrage zu stellen bedeutet die Entlastung von Familien bei Kita-Gebühren, Schulessen und ÖPNV als unabdingbare Voraussetzung dafür, dass berufstätige Familien trotz explodierender Mieten in ihren Kiezen bleiben können.

5. Mieter*innenpartei.

Die Mieten- und Wohnungspolitik gehört ins Zentrum der politischen Auseinandersetzung, denn hier entscheidet sich im Kern die soziale Frage, wer in der Stadt leben kann und wer nicht. Dazu muss die Berliner SPD wieder Anschluss an die aktive Mieterbewegung in Berlin finden. Die Umsetzung des erfolgreichen Volksentscheids 2021 zur Vergesellschaftung  der börsennotierten Wohnungsbaugesellschaften ist dafür ein wichtiger Baustein. Dabei müssen wir uns auch fragen, ob wir in der Baupolitik die richtigen Akzente gesetzt haben. Teure Eigentumswohnungen in der Innenstadt helfen nicht, die Mieten zu senken und die Wohnungsnot zu lindern, und oft ist ein Zweckbau, der bezahlbaren Wohnraum schafft, für die Stadt wichtiger als Prestigeprojekte.

6. Sozialer Klimaschutz.

Angesichts der sich zuspitzenden Klimakrise braucht Berlin eine Politik, die nicht rückwärtsgewandt an der alten Lebensweise eines „fossilen Kapitalismus“ festhält, sondern den notwendigen klima- und menschengerechten Umbau der Gesellschaft mit sozialer Sicherheit für alle verbindet. Energiekosten, Hitzewellen und eine sichere Wasserversorgung sind Themen, die alle gesellschaftlichen Gruppen in Berlin betreffen. Klimawandel treffen vor allem diejenigen, die weniger Geld haben, und ist deshalb eng mit der sozialen Frage verbunden.

7. Finanzielle Rahmenbedingungen.

Um Zukunftsinvestitionen in Klimaschutz, Wohnungsbau, Bildung, Mobilität, Wirtschafts- und Stadtentwicklung tätigen zu können, müssen die finanziellen Spielräume vorhanden sein. Deshalb muss die Schuldenregel des Grundgesetzes zukunftsorientiert reformiert werden (Abschaffung der „rückwärtsgewandten“ Schuldenbremse).

8. Vielfalt leben.

Gegen Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus und jede Form von Diskriminierung. Wir stehen an der Seite der vielen Berlinerinnen und Berliner mit internationaler Familiengeschichte, queeren Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen. Unser Ziel ist es, sie zu empowern und ihre gesellschaftliche Teilhabe durch progressive Politik zu stärken.

9. Kampf gegen rechts.

Die ermutigenden Massendemonstrationen der letzten Monate dürfen keine Eintagsfliege bleiben. Rechte Ideologien leben von der Ausgrenzung, Abwertung und Diskriminierung von Menschen. Sie stehen in fundamentalem Widerspruch zu unserem Leitbild einer solidarischen Gesellschaft, die nur global gedacht werden kann. Für sie treten wir Berliner Sozialdemokrat*innen ein – einig und kompromisslos. Um die AfD und andere Faschisten zu stoppen, müssen wir Brücken zwischen allen gesellschaftlichen Gruppen bauen, die für eine fortschrittliche und liberale Gesellschaft stehen und die soziale Frage in den Vordergrund stellen. Heute entscheidet sich, ob wir morgen in einer Stadt leben, die Menschen willkommen heißt, mit positiven Botschaften integriert und so gemeinsam Zukunft schafft.

10. Progressive Mehrheit.

Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass es in Berlin eine Mehrheit für ein linkes Regierungsprojekt wie Rot-Rot-Grün oder Rot-Grün-Rot gibt. Gerade aus der Doppelaufgabe, der Herausforderung des sozialen Klimaschutzes, kann ein neues Projekt für Berlin entstehen, das eine Alternative zur jetzigen Senatskoalition mit der CDU darstellt, gegen die sich viele von uns vor einem Jahr ausgesprochen haben. Unser Ziel bleibt es, solidarisch für eine starke Hauptstadt-SPD zu kämpfen.

In diesem Sinne ruft das Berliner Forum der DL 21 alle Berliner SPD-Mitglieder auf, sich auch an der Stichwahl um den neuen Parteivorsitz zu beteiligen und zu zeigen, dass die Berliner SPD selbstbewusst ist und sich nicht „verzwergen“ lässt. Unterstützt mit uns Jana und Kian als neue Doppelspitze der Berliner SPD!

Schnuppermitgliedschaft

21. Februar 2024

Die Schnuppermitgliedschaft kostet einmalig 10 Euro. Sie wird bei einer Schnuppermitgliedschaft ohne Kündigung nach einem Jahr in eine reguläre Mitgliedschaft überführt. Der Mindestbeitrag beträgt 7,00 Euro im Monat. Für Erwerbslose, Geringverdienerinnen, Schülerinnen und Student*innen bieten wir einen ermäßigten Beitrag von 7 Euro an. Die reguläre Mitgliedschaft muss aktiv gekündigt werden.

Humanität und Pragmatismus bei Flüchtlingsfragen

28. August 2018

Zum Angebot der Bürgermeister von z.B. Freiburg Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Bonn an die Bundesregierung, in Not geratene Flüchtlinge aufzunehmen und zu ihrer Forderung die Seenotrettung fortzusetzen, äußert sich die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, Bundesvorsitzende des Forums Demokratische Linke 21 – Die Linke in der SPD:

„Die Kommunalpolitik demonstrieren wie humanitäre Flüchtlingspolitik geht,“ befindet Mattheis. „In Zeiten, in denen schutzsuchende Menschen in der politischen Diskussion oft nur als Zahlen vorkommen, die gesenkt werden sollen, ist das ein mutiges und hoffnungsvoll stimmendes Zeichen. Denn es ist ein Gebot der Humanität, in Not geratene Menschen auf dem Mittelmeer nicht einfach ertrinken zu lassen und Menschen zu Zahlen zu degradieren. Daran sollte sich dich Bundesregierung ein Beispiel nehmen und diese Kommunen finanziell unterstützen.“

Schon mehrfach sei der Vorschlag in der politischen Debatte gemacht worden, die Kommunen, die sich freiwillig anbieten würden, vermehrt Flüchtlinge aufzunehmen, besonders zu unterstützen. Angesichts der Tragödie, die sich vor unseren Augen abspielt, sei diese Haltung der Kommunalpolitik*innen ein Hoffnungsschimmer.

Mattheis fordert außerdem, Schluss zu machen mit der Kriminalisierung der Seenotretter. Schließlich gebiete es das Völkerrecht, Menschen in Seenot vor dem Ertrinken zu retten. „Es sind nicht die Rettungsorganisationen, die sich kriminell verhalten, sondern diejenigen, die ihre Hilfe torpedieren,“ so Mattheis. Handeln müssten aber nicht nur die Mittelmeeranrainerstaaten. Vielmehr sollten alle EU-Mitgliedstaaten sich bereit erklären, die vom Mittelmeer geretteten Flüchtlinge aufzunehmen und somit Länder wie Griechenland, Italien und Spanien zu unterstützen.

Menschenrechte bei Asylpolitik nicht über Bord werfen

5. Juli 2018

Berlin, 5. Juli 2018 – Anlässlich der Einigung von CDU/CSU im so genannten Asylstreit äußert sich die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, Bundesvorsitzende des Forums Demokratische Linke 21 – Die Linke in der SPD:

„Die Einrichtungen von Transitzentren, auf die sich die Unionsparteien geeinigt haben, lehnen wir als DL21 entschieden ab,“ erklärt Mattheis. „Hier muss auch die SPD standhaft bleiben. Eine weitere Verschärfung der Asylpolitik darf es mit uns nicht
geben.“ Der Bundesvorstand der DL21 hat diesbezüglich eine klare Positionierung erarbeitet. Darin fordert der Vorstand u.a., keine Lager für Geflüchtete zu errichten und das Grundrecht auf Asyl aufrecht zu erhalten bzw. einen ungehinderten Zugang zur
Antragstellung zu ermöglichen. Schutzsuchende brauchen außerdem legale und sichere Fluchtwege (etwa durch Humanitäre Visa). Die Flüchtlingspolitik der SPD muss von Empathie, Mitmenschlichkeit und Solidarität gekennzeichnet sein. Denn nur so wird eine menschliche Flüchtlingspolitik gewährleistet.

SPD darf keine weiteren Zugeständnisse in der Asylpolitik machen

19. Juni 2018

Berlin, 19. Juni 2018 – Anlässlich des Streits zwischen CDU und CSU zur Asyl- und Migrationspolitik und des morgigen Weltflüchtlingstages äußert sich die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, Bundesvorsitzende des Forums Demokratische Linke 21 – Die Linke in der SPD:

Die SPD muss im Machtkampf zwischen den beiden Unionsparteien klar Stellung beziehen. Wir dürfen keine weiteren Zugeständnisse in der Asylpolitik über den Koalitionsvertrag hinaus machen. Schon dabei haben wir für uns schmerzhafte Zugeständnisse vereinbart. Eine weitere Verschärfung in der Asylpolitik dient letztlich nur dem rechten Rand. Wer wie die CSU so Stimmen fangen will, stärkt nur das rechtspopulistische Original.

Die CSU nimmt Anleihe beim ungarischen Ministerpräsidenten und stellt mit ihrer Politik das nach 1945 mühsam aufgebaute Einigungsprojekt in Europa in Frage. Die SPD muss klar an der Seite der Geflüchteten und derjenigen in Europa stehen, die eine solidarischere Flüchtlingspolitik anstreben.

Jedes Kind ist gleich viel wert

12. Juni 2018
Pressemitteilung

Jedes Kind ist gleich viel wert

Berlin, 12. Juni 2018 – Anlässlich der Diskussion über die Anrechnung des Kindergeldes auf Hartz-IV-Bezüge äußert sich die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, Bundesvorsitzende des Forums DL21:

„Es kann nicht sein, dass Kinder von Hartz-IV-Empfänger*innen vom Staat schlechter behandelt werden als andere Kinder,“ so Mattheis. Es sei in höchstem Maße ungerecht, dass die Zahlung des Kindergeldes auf die Hartz-IV-Bezüge angerechnet werden. „Diese Praxis muss ein Ende haben,“ fordert Mattheis. „Jedes Kind ist gleich viel wert, egal ob seine Eltern auf staatliche Transfers angewiesen sind, zur Mittelschicht gehören oder den Spitzensteuersatz zahlen. Daher muss das Kindergeld auch in voller Höhe an Mütter und Väter ausgezahlt werden, die Hartz IV bekommen.“ Dies könne ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung von Kinderarmut in diesem reichen Land sein.

„Als Partei, die Soziale Gerechtigkeit als ihren Markenkern begreift, stünde es der SPD gut zu Gesicht, wenn sie von dieser unsäglichen Praxis Abstand nehmen würde,“ argumentiert Mattheis. Abgesehen davon setzt sich die DL21, gemeinsam mit andere linken Gruppierungen in der SPD, sowieso für eine generelle Abkehr von Hartz IV ein, da dieses Konzept mit den Grundwerten der Partei unvereinbar ist.

Gemeinsame Pressemitteilung der SPD-Linken zu Hartz IV

5. Juni 2018

Gemeinsame Pressemitteilung im Nachgang zu einem am 03.06.2018 erfolgten Treffen der SPD-Parteilinken von

Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos,

Hilde Mattheis, Bundesvorsitzende des Forums Demokratie Linke DL21,

Matthias Miersch, Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD-Bundestagsfraktion und

Ralf Stegner, stellvertretender Parteivorsitzender und Sprecher der SPD-Linken im SPD-Parteivorstand


„Vertreterinnen und Vertreter der Parteilinken, das heißt aus dem SPD-Parteivorstand, aus der Parlamentarischen Linken, sowie aus den Vorständen von Jusos, DL 21 sowie Arbeitsgemeinschaften und linke Vertreterinnen und Vertreter aus Landesverbänden haben nach einer Diskussion mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, über sein Konzept des „solidarischen Grundeinkommens“ vereinbart, dass wir in Abkehr des bisherigen Hartz-IV-Systems diesen Vorschlag aufgreifen und eine Sozialstaatsdebatte nach vorne führen wollen.

Dazu gehören:

1.) Eine leistungsfähige öffentliche Daseinsvorsorge mit Zukunftsinvestitionen in Bildung, Soziales, besonders Gesundheit und Pflege, Wohnungsbau, Klimaschutz und Verkehr und digitale Infrastruktur.

2.) Ein Sozialstaat, der Reformideen wie eine eigenständige Kindergrundsicherung, die deutliche Erhöhung der Mindestlöhne, einen neuen sozialen Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose mit Mindestlohn und Sozialversicherungspflicht (eben das „solidarische Grundeinkommen“), ein sanktionsfreies Existenzminimum, eine deutlich bessere Unterstützung für Alleinerziehende, gebührenfreie qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung und die Einführung eines Chancenkontos für lebenslange Weiterqualifizierung umfasst.

Wir sehen in einer solchen Reform einen Baustein einer modernen wohlfahrtstaatlichen Strategie, die sowohl solidarische Sicherungssysteme als auch öffentliche Daseinsvorsorge stärkt und zu deren Finanzierung die verteilungspolitischen Spielräume konsequent nutzt.

 

Damit trägt die Parteilinke wesentlich zum laufenden inhaltlichen Reformprozess in der SPD bei. Gleichzeitig laden wir die Partei auf allen Ebenen dazu ein, dies zum Gegenstand ihrer Debatten zu machen.

 

Im Übrigen haben wir vereinbart, für das Wochenende 12./13. Oktober 2018  eine Basiskonferenz in Berlin zu organisieren, die die angeführten Punkte weiter diskutiert.“

Kontakt