#Leftlesson 4: Nachhaltige Investitionen – vor und nach Corona mit Prof. Gustav Horn

8. Juni 2020

In unserer vierten LeftLesson wollen wir uns mit Investitionen beschäftigen – ein brandaktuelles Thema nach dem gestern beschlossenen Konjunkturpaket.
Deutschland verzeichnete lange einen Investitionsstau, da Schuldenbremse und Schwarze Null größere staatliche Investitionen verhinderte. Ändert sich das nun? Und worin wird investiert? Immer wieder genannt werden Bildung, Forschung, Klimaschutz. Welche Investitionen tätigt der Staat tatsächlich? Und wie müssen die aussehen?

Das wollen wir diskutierten mit dem renommierten Wirtschaftswissenschaftler Gustav Horn, Mitglied im SPD-Parteivorstand und ehemaliger Direktore des IMK.

Das Event übertragen wir als Zoomschalte live auf FB und Youtube am 10.06.2020 um 18:00Uhr.
Zur inhaltlichen Vorbereitung gelangst du hier:
Vorbereitung LeftLessons 4 -Nachhaltige Investitionen


Wenn ihr Fragen an Gustav Horn habt, schreibt uns per Mail an info@forum-dl21.de

 

Nachbereitung

Eine Nachbereitung der Leftlesson 4 findet ihr hier:  LeftLessons4_Zusammenfassung_Investitionen

#LeftLesson 3: Finanzierung der Daseinsvorsorge mit Professor Felix Welti

7. Mai 2020

Hilde Mattheis begrüßt Professor Felix Welti von der Universität Kassel. Diesmal dreht sich alles um die Finanzierung der Daseinsvorsorge: Wie bezahlen wir jetzt und in Zukunft eine gute Gesundheitsversorgung, lebensstandardsicherende Renten und vieles mehr. Ein wichtiges Thema, bei dem fundiertes Wissen in jeder Diskussion sehr hilfreich sein kann. Sei dabei und sag’s weiter!

Verfolge den Livestream am Dienstag, 12. Mai 2020 von 19:00 – 20:30 Uhr hier, auf unserem Youtube Kanal oder auf Facebook!

 

https://www.youtube.com/watch?v=AQQs4BCxvfg

Vorbereitung LeftLesson 3

 

P R E S S E M I T T E I L U N G: Hartz IV in der Krise erhöhen

8. April 2020

Berlin, 07.04.2020 – Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens trifft viele hart. Die Einschnitte haben sich vor allem bei den Ärmsten bemerkbar, die deshalb stärkere Unterstützung durch die Bundesregierung benötigen, fordert die Bundestagsabgeordnete und Bundesvorsitzende des Forums DL21 Hilde Mattheis.

 

„Mit 432 Euro Regelsatz sich selbst und die Familie ordentlich zu versorgen, ist ein Unding“, erklärte Mattheis. „In den ärmsten Familien im Land droht Mangelernährung mit allen gesundheitlichen Folgen, die das haben kann. Am härtesten wird das die Kinder treffen, die den ganzen Tag zu Hause bleiben müssen. Das Schulessen ist weggebrochen, die Tafeln sind geschlossen. Diese Familien stehen noch schlechter da als sie es sowieso schon tun.“

 

„Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung, vom Kurzarbeitergeld über Aussetzung der Vermögensprüfung bis hin zum Notfall-Kinderzuschlag, sind richtig, reichen aber nicht aus. Der Regelsatz sollte daher um mindestens 100 Euro, besser pauschal 200 Euro angehoben werden als ein Notprogramm während der Corona-Krise. Bei rund 3,75 Mio. ALG II-Empfängern entstünden damit Kosten von 750 Mio. Euro im Monat. Das ist angesichts der berechneten 10 Milliarden Euro Ausgaben für das veranschlagte Kurzarbeitergeld beherrschbar“, befindet Mattheis. „Unsere Solidarität darf nicht bei den Ärmsten Halt machen. Gerade sie brauchen mehr denn je unsere Unterstützung.“

P R E S S E M I T T E I L U N G Mattheis: Deutschland riskiert das Auseinanderfallen der EU

2. April 2020

Berlin, 01.04.2020 – Die EU streitet darüber, wie die Hilfen zur Bewältigung der Corona-Krise zu finanzieren sind. Die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, Bundesvorsitzende des Forums DL21 wirbt für eine gemeinschaftliche Anleihe, sogenannte Euro-Bonds.

„Die weltweite Bedrohung durch das Corona-Virus kann die EU nur gemeinsam bewältigen. Gemeinsame Kredite und gemeinsame Haftung waren und sind in dieser außergewöhnlichen Krise nicht nur ein Zeichen von Solidarität, sie sind auch ökonomisch sinnvoll. Die vergangene sog. Eurokrise lehrt das“, sagte Mattheis.
Mit Eurobonds könnten die Mitgliedstaaten der EU gemeinsam Schulden am Kapitalmarkt aufnehmen, sie könnten dann diese Mittel unter sich nach Bedarfssituation aufteilen und würden gesamtschuldnerisch haften. So würden Länder wie Italien, Griechenland und Spanien leichte Zugang zu Kapital haben. Vorteil wäre auch, dass das Ausfallrisiko aller Staaten viel geringer wäre als das Risiko einer möglichen Zahlungsunfähigkeit eines einzelnen Staates. Damit könnten auch die Zinsen geringer halten werden. Da somit für alle EU-Staaten der Zugang zum Kapitalmarkt erhalten bliebe, würde aus der Corona-Krise keine erneute Staatsschuldenkrise wie 2012/2013. „Die Angst wie schon 2012/2013, dass Staaten dies ausnützen könnten und übersteigerte Schulden machen würden, darf heute nicht wieder als Argument für die Nichteinführung von Corona-Bonds sein“, so Mattheis.
„Nur mit drakonischen Sparmaßnahmen hatte die EU-Troika Staaten wie Griechenland und Spanien damals unter ihren Rettungsschirm geholt. Resultat war ein Zusammenstreichen des Sozialstaates in den entsprechenden Ländern. Insbesondere auch die Gesundheitssystems waren davon betroffen und deren Probleme bzw. die Folgen zeigen sich gerade jetzt. Nun soll offenbar den betroffenen Staaten mit dem ESM das gleiche falsche Mittel verabreicht werden. Es ist zu befürchten, dass gerade in den jetzt betroffenen Ländern die europäische Problemlösung wieder zu Lasten des Sozialstaates und damit der Bevölkerung angestrebt wird. In der Krise wenigstens aus Fehlern zu lernen, das müsste doch möglich sein.“

„Verantwortlich für diese unsolidarische Haltung ist die CDU/CSU mit der Bundeskanzlerin an der Spitze“, monierte Mattheis. „Wie vor einigen Jahren läuft Deutschland Gefahr, als Zuchtmeister aufzutreten. Angesichts der katastrophalen menschlichen, ökonomischen und sozialen Folgen ist das ein Spiel mit dem Feuer, das die EU endgültig zerreißen und die Demokratie in den betroffenen Staaten schwer beschädigen könnte. Insbesondere in Griechenland sind die politischen Folgen zu besichtigen.“

Situation an der türkisch-griechischen Grenze

3. März 2020

Nachdem der türkische Staatspräsident den EU-Türkei-Deal einseitig aufgekündigt hat, um die EU zu erpressen, kommen nun viele Geflüchtete an die Grenze in der Hoffnung, in die EU, speziell nach Deutschland zu gelangen. Wir haben diesen Deal seit Langem kritisiert, da in ihm schon immer das Erpressungspotential durch einen Autokraten wie Erdogan angelegt war und damit Menschen zum Spielball von Machtinteressen werden.

Die EU reagiert bisher mit einer zunehmenden Abschottung und Ausgrenzung. Die Grenzschutzorganisation Frontex und das griechische Militär versuchen, auf dem Wasser und an der Landgrenze, Menschen davon abzuhalten in die EU zu kommen – sei es mit Abdrängung von Booten und Zurückschieben auf das offene Meer, mit Tränengas oder sogar dem Einsatz scharfer Munition.

Die unausweichlich anwachsenden Lager an der Grenze und auf den griechischen Inseln werden zu neuen Problemen führen. Die Situation wird für alle Menschen, sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für die Geflüchteten immer schwieriger, da letztere unter menschenunwürdigen Zuständen dort hausen müssen und ein geordnetes Asylverfahren von den griechischen Autoritäten nicht durchgeführt wird.

Wir brauchen daher ein Sofortprogramm, um jetzt Menschen zu helfen und die Situation an der Grenze zu mildern.

  1. Wir müssen den Bundesländern (und Kommunen) die rasche Aufnahme von Geflüchteten gestatten, wenn sie das wollen. Viele Kommunen haben sich zur Initiative Seebrücke – Sichere Häfen zusammengeschlossen und würden Menschen in Not im Rahmen ihrer Kapazitäten aufnehmen. Das Bundesinnenministerium verhindert das. Durch eine von den Bundesländern Berlin und Thüringen im Bundesrat vorgeschlagene Änderung des §23 Aufenthaltsgesetzes wäre dies möglich. Die anderen Bundesländer müssen sich dieser Initiative anschließen. Eine Registrierung und Sicherheitscheck der Geflüchteten sollte, durch die EU finanziert, in den Lagern in Griechenland stattfinden.
  2. Rund 5.500 unbegleitete Minderjährige harren unter widrigsten Bedingungen in Griechenland aus. Es ist unverantwortlich, wie mit diesen Kindern und Jugendlichen umgegangen wird. Wir müssen ihnen sofort helfen, indem wir ihnen Schutz in Deutschland bieten. Der Familiennachzug muss wieder ermöglicht werden, um für viele, die jetzt an der Grenze sind, eine Perspektive zu eröffnen.
  3. Der Europäische Gerichtshofs für Menschenrechte hat in seiner jüngsten Entscheidung betont, dass Staaten bei der Steuerung von Migrationsbewegungen oder bei der Aufnahme von Asylbewerber*innen nicht gegen die Schengen-Regeln verstoßen dürfen. Wenn Personen in großer Zahl unbefugt eine Grenze überschreiten oder dies versuchen, muss laut Gerichtshof der zuständige Staat einen „wirksamen Zugang zu legalen Einreisemitteln, insbesondere Grenzverfahren, gewähren“. Dieser Entscheidung muss die griechische Regierung folgen. Sie darf den Zugang zu Asylverfahren nicht aussetzen und Personen ohne Registrierung nicht sofort zurückzuweisen, weil das gegen nationales, europäisches und internationales Recht sowie gegen das Nichtzurückweisungs-Gebot verstößt.
  4. Der griechische Staat ist nicht in der Lage, die medizinische und sonstige Versorgung der Geflüchteten, die Registrierung und Bearbeitung deren Asylbegehrens und die ordentliche Unterbringung, Beschulung etc. zu gewährleisten. Die EU muss daher schnellstmöglich finanzielle Hilfen an Hilfsorganisationen und Träger leisten.
  5. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex handelt zunehmend außerhalb ihrer Kompetenzen und versucht sich als Polizei mit rigiden Maßnahmen gegen Flüchtlinge. Die rechtlich geplante oder zum Teil einfach faktische Kompetenztausweitung von Frontex lehnen wir strikt ab. Menschenrechtsverletzungen von Frontex-BeamtInnen müssen geahndet werden.

P R E S S E M I T T E I L U N G Mattheis: Dem Elend nicht zusehen und kommentieren, sondern handeln

3. März 2020

Berlin, 3. März 2020 – An der griechisch-türkischen Grenze stranden immer mehr Geflüchtete. Das verschärft die ohnehin angespannte Lage der Menschen in den Flüchtlingscamps in Griechenland. Hilde Mattheis, Bundesvorsitzende des Forums DL21 – Die Linke in der SPD, fordert von ihrer Partei eine klare Positionierung, damit Geflüchteten in Not geholfen wird.

 

„Das was sich in Griechenland und der Türkei abspielt ist die Folge von Wegschieben und Wegschauen. Denn seit 2016 musste allen Verantwortlichen klar sein, dass die Notwendigkeit belastbarer Ansätze für Problemlösungsschritte in Sachen Flüchtlingspolitik anstehen,“ sagte Mattheis.

„Angesichts dieses Elendes und der offensichtlichen Tatsache, dass der sogenannte Türkei-Deal gescheitert ist, müssen folgende Punkte schnellstmöglich umgesetzt werden:

  1. Die Möglichkeit für Länder eröffnen lokale Aufnahmen durch die Städte der Sicheren Häfen ermöglichen. Dieser Forderung muss der Bundesinnenminister erfüllen und die SPD Bundestagsfraktion muss diese Forderung erheben. In Deutschland verhindert das Aufenthaltsrecht, dass Länder und Kommunen ohne Zustimmung des Bundesinnenministeriums Menschen in Not aufnehmen.
  2. Den Familiennachzug tatsächlich ermöglichen, um für viele, die jetzt an der Grenze sind, eine Perspektive zu eröffnen.
  3. Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes anwenden und einen „wirksamen Zugang zu legalen Einreisemitteln, insbesondere Grenzverfahren, [zu] gewährleisten“.
  4. Griechenland finanziell und durch Personal unterstützen, damit insbesondere die gesundheitliche Versorgung der auf den griechischen Inseln festsitzenden Menschen verbessert wird.
  5. Stopp von Übertragung hoheitlicher Aufgaben an Frontex und Ahnung möglicher Menschenrechtsverstöße durch Frontex-Beamte.

P R E S S E M I T T E I L U N G Hilde Mattheis: Gesundheitsämter sind Schwachstellen beim Kampf gegen Corona-Virus

27. Februar 2020

Berlin, 27.02.2020 – Beim Schutz der Bevölkerung vor Ausbreitung von Seuchen und Krankheiten wie dem Corona-Virus kommt dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) eine tragende Rolle zu. Dieser ist aber dafür denkbar schlecht aufgestellt und das nicht zuletzt wegen des Festhaltens an der Schuldenbremse, sagt die DL21-Bundesvorsitzende, Hilde Mattheis.

 

„Fakt ist: Die Gesundheitsämter als zentrale Säule des ÖGD sind bundesweit schlecht aufgestellt. Zahlreiche Stellen wurden in den vergangenen Jahren gekürzt, gestrichten oder konnten nicht besetzt werden.“, monierte Mattheis. „Daran zeigt sich deutlich, dass ein Festhalten an der Schuldenbremse unverantwortlich ist. Die Daseinsvorsorge für die Menschen darf keinem Sparzwang unterliegen“.

Zum Öffentlichen Gesundheitsdienst gehören die kommunalen Gesundheitsämter, Veterinär- und Lebensmittelaufsicht sowie weitere Gesundheitsbehörden. Hauptverantwortung für den ÖGD tragen Länder und Kommunen. Die Zahl der dort beschäftigten Ärztinnen und Ärzten ist nach Angaben des Berufsverbands der Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD) in den vergangenen 20 Jahren um ein Drittel gesunken. In den rund 400 Gesundheitsämtern arbeiten heute nur noch ein Prozent der in Deutschland tätigen Ärzt*innen. Der BVÖGD fordert deshalb neben anderen Maßnahmen eine bessere Bezahlung der Ärzt*innen durch einen besseren Tarifvertrag, analog zur Bezahlung von Ärzt*innen im Krankenhaus.

Mattheis ergänzte: „Ich gehe davon aus, dass die zuständigen Stellen in Deutschland gut vorbereitet sind auf die jetzige Situation einer möglichen Ausbreitung des Corona-Virus. Die Gesundheitsämter sind aber die Schwachstelle im System. Ich fordere daher neben Ländern und Kommunen auch die Bundesregierung auf, hier endlich über mögliche Änderungen der Finanzierung und Personalakquise zu sprechen, damit sich endlich etwas bewegt. Der erste Schritt wäre mindestens eine Bund-Länder-Initiative, um die indiskutablen Zustände im ÖGD zu verbessern.“

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