Unser Initiativantrag gegen bewaffnete Drohnen

10. Dezember 2021

Wir beschließen aufgrund der aktuellen Situation folgenden Initiativantrag für den außerordentlichen SPD-Bundesparteitag am 4.12.2021 bzw. für den ordentlichen SPD-Bundesparteitagam

Forderung:

Der SPD-Parteivorstand organisiert zeitnah die ausstehende, breite innerparteiliche Debatte zur Bewaffnung von Drohnen und deren Einsatz,unter intensiver Einbindung der Zivilgesellschaft und insbesondere von Friedens-, Anti-Kriegs- und Abrüstungsinitiativen.

Dabei sind die Grundsätze, Empfehlungen und weitergehenden Empfehlungen der

Projektgruppe des Parteivorstandes unter Leitung von Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin zu berücksichtigen.

Das Ergebnis dieser Debatte kann und soll der SPD-Bundestagsfraktion einen klaren Rahmen für das anstehende parlamentarische Verfahren zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag

vereinbarten Bewaffnung der Drohnen geben. An diesem müssen sich dann auch mögliche Kompromisse messen lassen. Denn klar ist auch: Ein Koalitionsvertrag ist die gemeinsame Arbeitsgrundlage bis zur nächsten Bundestagswahl. Es war jedoch nie so, dass alle dort enthaltenden Vereinbarungen umgesetzt werden. Ansonsten hätten wir beispielsweise bei der

sachgrundlosen Befristung heute eine andere Rechtslage.

Begründung:

Ende 2020 hat die SPD-Bundestagsfraktion ihre Zustimmung zur Bewaffnung der von der Bundeswehr angeschafften Drohnen vom Typ Heron TP nicht gegeben. Begründet wurde dies mit der fehlenden, jedoch bereits in den Koalitionsverträgen 2013 und 2018 vereinbarten „ausführlichen völkerrechtlichen, verfassungsrechtlichen und ethischen Prüfung“.

Zum Zeitpunkt der Entscheidung der SPD-Bundestagsfraktion hatte das Bundesverteidigungsministerium lediglich zu einer Diskussionsveranstaltung (Mai 2020) eingeladen, in der die völkerrechtlichen, verfassungsrechtlichen und ethischen Fragen einer möglichen Bewaffnung von Drohnen debattiert wurden. Die Entscheidung der SPD-

Bundestagsfraktion war deshalb richtig. Ebenso richtig war es, dass der SPD-Parteivorstand am 15. März 2021 eine Projektgruppe zur Frage der Bewaffnung der Drohnen der Bundeswehr eingesetzt hat. Unter Leitung von Prof.

Dr. Herta Däubler-Gmelin wurde dieses Thema in fünf Sitzungen intensiv debattiert und am 12. Oktober 2021 der Abschlussbericht vorgestellt. Hierfür ist allen Beteiligten zu danken.

Eine ausführliche, breite Debatte in der Partei, wofür dieser Bericht eine hervorragende Basis bieten würde, hat es jedoch nicht gegeben. Entsprechend fehlt eine klare Positionierung der Partei in Form eines Bundesparteitagsbeschlusses, welcher auf Grund der Bedeutung dieser Entscheidung angemessen wäre. Die innerparteiliche Auseinandersetzung fehlt also weiterhin ebenso wie die von unserer Bundestagsfraktion kritisierte ausführliche

gesellschaftspolitische Debatte.

Die Antragssteller begrüßen ausdrücklich das Ziel, bewaffnete Drohnen verstärkt in

internationale Kontrollregime einzubeziehen und die Ächtung von letalen autonomen Waffensysteme, die vollständig der Verfügung des Menschen entzogen sind, voranzutreiben. Vor dem Hintergrund der jedoch weiterhin fehlenden grundsätzlichen Debatte über

bewaffnete Drohnen halten wir eine Entscheidung in dieser Frage, im Rahmen von Koalitionsverhandlungen, die natürlich immer von Kompromissen geprägt sind und sein müssen, jedoch für nicht akzeptabel. Dies umso mehr, weil es auch in der Gesellschaft keine klare Mehrheit für die Anschaffung von bewaffneten Drohnen gibt. So weist selbst die vom Bundesverteidigungsministerium seit

1996 jährlich in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel„Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsbild in der Bundesrepublik Deutschland“1 für das Jahr 2020 nur eine Zustimmung von 41% für die Ausrüstung mit bewaffneten Drohnen aus. 26% lehnen diese ab,weitere 26% sind unentschieden. Hieraus ist also keine Zustimmung abzulesen.

Vor diesem Hintergrund und um der SPD-Bundestagsfraktion einen klaren Rahmen für die

anstehenden parlamentarischen Beratungen hierzu mitzugeben, braucht es die mit diesem Antrag geforderte breite Debatte.

1 https://www.bmvg.de/de/aktuelles/bevoelkerungsumfrage -2020-so-steht-deutschland-zur-bundeswehr- 5029586

Initativantrag Für eine auskömmliche gesetzliche Rente: Keine Kapitaldeckung der gesetzlichen Rentenversicherung

10. Dezember 2021

Der Bundesparteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands möge beschließen

 

Für eine auskömmliche gesetzliche Rente: Keine Kapitaldeckung der gesetzlichen Rentenversicherung

 

Mit der Veröffentlichung des Koalitionsvertrags der Ampel-Koalition hat sich gezeigt, dass im Bereich der Rentenpolitik trotz erreichter Verbesserungen in den Verhandlungen durch unsere Partei weiter politischer Handlungsbedarf besteht, um Altersarmut zu verhindern und die Rente zukunftsfest zu machen.

Es ist richtig, dass unsere Partei im Koalitionsvertrag festgeschrieben hat, das Rentenniveau bei 48 Prozent zu stabilisieren, das gesetzliche Renteneintrittsalter nicht zu erhöhen und die Erwerbsminderungsrente zu verbessern. Für eine zukunftsfeste gesetzliche Rente reicht der Verzicht auf Rentenkürzungen aber nicht aus. Beschäftigten mit Niedriglöhnen und unterbrochenen Erwerbsbiographien droht heute trotz Grundrente weiterhin Altersarmut. Hier besteht weiterhin politischer Handlungsbedarf.

Wir brauchen wirkliche Rentenreformen, um Altersarmut zu verhindern und den Lebensstandard im Alter zu sichern. Dafür muss die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung weiterentwickelt werden.

Wir fordern deshalb:

  • Keine Kapitaldeckung der gesetzlichen Rente
  • Keine Wiedereinsetzung des Nachholfaktors, um die Rentenentwicklung zu dämpfen
  • Ausbau der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung
  • Ein lebensstandardsicherndes Rentenniveau über 50 Prozent
  • Abschaffung der Einkommensprüfung bei der Grundrente
  • Prüfung der Integration weiterer Gruppen (Beamte, Selbstständige, Abgeordnete, etc.) in die gesetzliche Rente

 

Begründung:

Die soziale Absicherung des Lebensalters ist eine große sozialdemokratische Errungenschaft. Die gesetzliche Rente ist die stabilste Säule unserer Altersvorsorge. Die umlagegestützte Finanzierung der gesetzlichen Rente aus den laufenden Einkommen ist krisensicher.

Die Öffnung der gesetzlichen Rente für eine Kapitaldeckung – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – ist ein politischer Irrweg. Die gesetzliche Rente soll ab 2022 einen aus Haushaltsmitteln finanzierten Kapitalstock erhalten. Der Umfang dieser Kapitalsäule ist zwar mit 10 Milliarden Euro begrenzt. Für zukünftige Regierungen werden aber die rechtlichen und institutionellen Voraussetzungen geschaffen, um das Umlageverfahren zugunsten einer stärkeren Kapitalmarktdeckung zurückzudrängen. Im schlimmsten Fall könnten dann Beiträge nicht mehr für Rentenzahlungen zur Verfügung stehen.

Eine Kapitaldeckung macht die gesetzliche Rente weder stabiler noch sicherer. Im Gegenteil: Die gesetzliche Rente ist auf den Finanzmärkten dem Risiko starker Kursschwankungen ausgesetzt. Zudem bietet eine Aktienrente keinen besseren Schutz vor der Alterung der Gesellschaft als das bewährte Umlagesystem. Dieser politische Pfadwechsel kann nicht im Interesse der Sozialdemokratie sein.

Eine Prüfung, auch Beamte in die Rentenversicherung zu integrieren, stärkt die erste Säule des Deutschen Rentensystems und kann die Planungs-, Beitrags- und Auszahlungssicherheit garantieren.

Gemeinsame Pressemitteilung: „Gegen die Drohnenbewaffnung der Bundeswehr“

10. Dezember 2021

Berlin, 10.12.2021

 

Gemeinsame Pressemitteilung:

„Gegen die Drohnenbewaffnung der Bundeswehr“

 

Die Debatte um die Bewaffnung von Drohnen für die Bundeswehr hat zuletzt durch Beschlüsse des Forum DL21 und der Jusos wieder an Fahrt aufgenommen. Auch auf dem Landesparteitag der SPD Berlin gab es vergangenes Wochenende dahingehende Beschlüsse. Sowohl aus sicherheitspolitischen als auch aus humanitären Gründen positionieren sich diese klar gegen eine Anschaffung bewaffneter Drohnen. Auch Initiativen wie „Sozialdemokrat*innen gegen Kampfdrohnen“ lehnen die Bewaffnung entschieden ab.

 

Es wird deutlich, dass es innerhalb verschiedener Gliederungen und an der Basis der SPD durchaus Zweifel und Widerspruch zu der geplanten Anschaffung von bewaffneten Drohnen gibt. An dieser Stelle vermissen wir eine Positionierung des Parteivorstands und insbesondere die Einbindung der Basis in diese folgenschwere Entscheidung. Der kommende Bundesparteitag bietet die Möglichkeit, die bisher leider versäumte Einbindung der Mitglieder nachzuholen. Die Argumente gegen eine Anschaffung bewaffneter Drohnen sind hinlänglich bekannt, so stellen sie eine massive Belastung für die betroffene Zivilbevölkerung dar und heizen eine internationale Rüstungs- und Gewaltspirale weiter an. Zudem sind sie der erste Schritt hin zu einer Automatisierung von bewaffneten Drohnen und damit hin zu autonomen Waffensystemen. Daher sollte der Fokus darauf liegen, autonome Waffensysteme und bewaffnete Drohnen international zu ächten sowie eine dringend notwendige völkerrechtliche Regulierung von bewaffneten Drohnen zu erreichen.

 

Für uns ist diese Thematik keine tagespolitische Bagatelle, sondern von hoher Relevanz. Daher werden wir uns auch weiter um eine breite Debatte bemühen und uns im Rahmen unserer Möglichkeiten dafür einsetzen, eine Anschaffung bewaffneter Drohnen zu verhindern. Wir hoffen, dass unsere Anliegen ernst genommen werden und daher auch auf dem kommenden Bundesparteitag eine Rolle spielen werden.

 

Unterzeichnet von: Forum DL21, Initiative „Sozialdemokrat*innen gegen Kampfdrohnen“, Bundesvorstand der ASF, Bundesvorstand der AG60+, Jusos Saar Jusos, Jusos Schleswig-Holstein, Jusos Rheinland-Pfalz, Jusos Hessen-Süd, Die Falken (Bundesverband), Die Falken (Landesverband Rheinland-Pfalz)

Unser Initiativantrag gegen bewaffnete Drohnen

10. Dezember 2021

Wir beschließen aufgrund der aktuellen Situation folgenden Initiativantrag für den außerordentlichen SPD-Bundesparteitag am 4.12.2021 bzw. für den ordentlichen SPD-Bundesparteitagam

Forderung:

Der SPD-Parteivorstand organisiert zeitnah die ausstehende, breite innerparteiliche Debatte zur Bewaffnung von Drohnen und deren Einsatz,unter intensiver Einbindung der Zivilgesellschaft und insbesondere von Friedens-, Anti-Kriegs- und Abrüstungsinitiativen.

Dabei sind die Grundsätze, Empfehlungen und weitergehenden Empfehlungen der

Projektgruppe des Parteivorstandes unter Leitung von Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin zu berücksichtigen.

Das Ergebnis dieser Debatte kann und soll der SPD-Bundestagsfraktion einen klaren Rahmen für das anstehende parlamentarische Verfahren zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag

vereinbarten Bewaffnung der Drohnen geben. An diesem müssen sich dann auch mögliche Kompromisse messen lassen. Denn klar ist auch: Ein Koalitionsvertrag ist die gemeinsame Arbeitsgrundlage bis zur nächsten Bundestagswahl. Es war jedoch nie so, dass alle dort enthaltenden Vereinbarungen umgesetzt werden. Ansonsten hätten wir beispielsweise bei der

sachgrundlosen Befristung heute eine andere Rechtslage.

Begründung:

Ende 2020 hat die SPD-Bundestagsfraktion ihre Zustimmung zur Bewaffnung der von der Bundeswehr angeschafften Drohnen vom Typ Heron TP nicht gegeben. Begründet wurde dies mit der fehlenden, jedoch bereits in den Koalitionsverträgen 2013 und 2018 vereinbarten „ausführlichen völkerrechtlichen, verfassungsrechtlichen und ethischen Prüfung“.

Zum Zeitpunkt der Entscheidung der SPD-Bundestagsfraktion hatte das Bundesverteidigungsministerium lediglich zu einer Diskussionsveranstaltung (Mai 2020) eingeladen, in der die völkerrechtlichen, verfassungsrechtlichen und ethischen Fragen einer möglichen Bewaffnung von Drohnen debattiert wurden. Die Entscheidung der SPD-

Bundestagsfraktion war deshalb richtig. Ebenso richtig war es, dass der SPD-Parteivorstand am 15. März 2021 eine Projektgruppe zur Frage der Bewaffnung der Drohnen der Bundeswehr eingesetzt hat. Unter Leitung von Prof.

Dr. Herta Däubler-Gmelin wurde dieses Thema in fünf Sitzungen intensiv debattiert und am 12. Oktober 2021 der Abschlussbericht vorgestellt. Hierfür ist allen Beteiligten zu danken.

Eine ausführliche, breite Debatte in der Partei, wofür dieser Bericht eine hervorragende Basis bieten würde, hat es jedoch nicht gegeben. Entsprechend fehlt eine klare Positionierung der Partei in Form eines Bundesparteitagsbeschlusses, welcher auf Grund der Bedeutung dieser Entscheidung angemessen wäre. Die innerparteiliche Auseinandersetzung fehlt also weiterhin ebenso wie die von unserer Bundestagsfraktion kritisierte ausführliche

gesellschaftspolitische Debatte.

Die Antragssteller begrüßen ausdrücklich das Ziel, bewaffnete Drohnen verstärkt in

internationale Kontrollregime einzubeziehen und die Ächtung von letalen autonomen Waffensysteme, die vollständig der Verfügung des Menschen entzogen sind, voranzutreiben. Vor dem Hintergrund der jedoch weiterhin fehlenden grundsätzlichen Debatte über

bewaffnete Drohnen halten wir eine Entscheidung in dieser Frage, im Rahmen von Koalitionsverhandlungen, die natürlich immer von Kompromissen geprägt sind und sein müssen, jedoch für nicht akzeptabel. Dies umso mehr, weil es auch in der Gesellschaft keine klare Mehrheit für die Anschaffung von bewaffneten Drohnen gibt. So weist selbst die vom Bundesverteidigungsministerium seit

1996 jährlich in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel„Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsbild in der Bundesrepublik Deutschland“1 für das Jahr 2020 nur eine Zustimmung von 41% für die Ausrüstung mit bewaffneten Drohnen aus. 26% lehnen diese ab,weitere 26% sind unentschieden. Hieraus ist also keine Zustimmung abzulesen.

Vor diesem Hintergrund und um der SPD-Bundestagsfraktion einen klaren Rahmen für die

anstehenden parlamentarischen Beratungen hierzu mitzugeben, braucht es die mit diesem Antrag geforderte breite Debatte.

1 https://www.bmvg.de/de/aktuelles/bevoelkerungsumfrage -2020-so-steht-deutschland-zur-bundeswehr- 5029586

Unser Antrag für Mietendeckel

10. Dezember 2021

Öffnungsklauseln zur Mietpreisregulierung

Wohnen ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. In vielen
Städten können Menschen mit geringerem Einkommen eine Wohnung nicht mehr
finanzieren. Wohnraum wird als Spekulationsobjekt genutzt und in den
Innenstädten finden massive Verdrängungsprozesse statt.

Für uns ist klar: Die SPD steht an der Seite der Mieter*innen. An den
Orten, die einen angespannten Wohnungsmarkt aufweisen, muss eine Begrenzung
der Mieten vorgenommen werden. Nach der Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichts zum Berliner Mietendeckel ist es notwendig, dass
der Bund Öffnungsklauseln für Länder und Kommunen schafft, die einer
Steigerung der Mieten entgegentreten wollen.

Initiativantrag sachgrundlose Befristung abschaffen

10. Dezember 2021

Initiativantrag: Sachgrundlose Befristung abschaffen

Der Bundesparteitag möge beschließen:

Die Befristung von Arbeitsverhältnissen muss in der kommenden Bundesregierung stärker reguliert werden als es im Koalitionsvertrag festgehalten ist. Das beinhaltet folgende Aspekte:

Eine Befristung ohne Sachgrund darf nicht mehr zulässig sein.

Bei der Befristung mit Sachgrund darf eine Gesamtdauer von 24 Monaten nicht überschritten werden.

Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Öffnungsklausel, die in eng begrenzten Ausnahmen ein Überschreiten einer Höchstdauer ermöglicht, muss verhindert werden.

Darüber hinaus muss die Definition der Sachgründe für eine Befristung stärker beschränkt werden.

Begründung

Das vom Bundesparteitag verabschiedete Zukunftsprogramm der SPD besagt: „Die Befristung von Arbeitsverhältnissen ohne einen Sachgrund werden wir abschaffen und die vom Gesetz akzeptierten Gründe für eine Befristung kritisch überprüfen.“ Diese Beschlusslage findet sich im Koalitionsvertrag zwischen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP keineswegs wieder. Stattdessen findet sich im Koalitionsvertrag schlicht keinerlei Regulierung der sachgrundlosen Befristung.

Bei der Befristung eines Arbeitsverhältnisses unter Vorliegen eines Sachgrundes ist mit dem neuen Höchstlimit auf sechs Jahre beim selben Arbeitgeber zwar ein Schritt in die richtige Richtung festzustellen, jedoch reicht dies bei weitem nicht aus. Insbesondere die Öffnungsklausel, die in eng begrenzten Ausnahmen ein Überschreiten dieser Höchstdauer ermöglicht, zeugt von der Notwendigkeit, hier nachzuverhandeln.

 

Digitales Mitgliederforum mit Daniela Kolbe, Annika Klose, Carmen Wegge, Erik von Malottki, Jan Dieren, Carolin Wagner, Robin Mesarosch

8. Dezember 2021
Donnerstag, 9. Dezember, von 17.45-19.45 Uhr

Kurz vor dem Parteitag wollen wir Euch die Möglichkeit geben, einige unserer neuen MdB’s kennenzulernen. Mit dabei sind die DL21-Mitglieder und MdB’s Carmen Wegge, Jan Dieren, Dr. Carolin Wagner, Erik von Malottki, Annika Klose und Robin Mesarosch. Sie freuen sich auf Eure Fragen und stellen ihre linken Vorhaben im Bundestag vor. Zu Beginn wird Daniela Kolbe Euch auf den neuesten Stand in Sachen Drohnen-Debatte bringen.
Die Einwahldaten findet ihr hier:
https://us02web.zoom.us/j/85364268395?pwd=am1PNVZWNG94V3h3R09ySkt2RUVYdz09
Meeting-ID: 853 6426 8395
Kenncode: 178020
Schnelleinwahl mobil
+496938079884 anschließend 85364268395# dann *178020# Deutschland
+496950500951 anschließend 85364268395# dann *178020# Deutschland

Digitales Mitgliederforum mit Daniela Kolbe, Annika Klose, Carmen Wegge, Erik von Malottki, Jan Dieren, Carolin Wagner, Robin Mesarosch

8. Dezember 2021
Donnerstag, 9. Dezember, von 17.45-19.45 Uhr

Kurz vor dem Parteitag wollen wir Euch die Möglichkeit geben, einige unserer neuen MdB’s kennenzulernen. Mit dabei sind die DL21-Mitglieder und MdB’s Carmen Wegge, Jan Dieren, Dr. Carolin Wagner, Erik von Malottki, Annika Klose und Robin Mesarosch. Sie freuen sich auf Eure Fragen und stellen ihre linken Vorhaben im Bundestag vor. Zu Beginn wird Daniela Kolbe Euch auf den neuesten Stand in Sachen Drohnen-Debatte bringen.
Die Einwahldaten findet ihr hier:
https://us02web.zoom.us/j/85364268395?pwd=am1PNVZWNG94V3h3R09ySkt2RUVYdz09
Meeting-ID: 853 6426 8395
Kenncode: 178020
Schnelleinwahl mobil
+496938079884 anschließend 85364268395# dann *178020# Deutschland
+496950500951 anschließend 85364268395# dann *178020# Deutschland

Gemeinsame Pressemitteilung der Co-Vorsitzenden zur Nominierung von Saskia Esken und Lars Klingbeil als neue Parteispitze: Den Erneuerungsprozess konsequent weiterführen

24. November 2021

Gemeinsame Pressemitteilung der Co-Vorsitzenden zur Nominierung von Saskia Esken und Lars Klingbeil als neue Parteispitze:

„Den Erneuerungsprozess konsequent weiterführen“

 

Das Forum DL-21 hat auf seiner letzten Vorstandssitzung die kommenden SPD-Vorstandswahlen auf dem ordentlichen Bundesparteitag im Dezember beraten. Anlässlich der heutigen Nominierung von Saskia Esken und Lars Klingbeil als neue SPD-Doppelspitze erklären die drei Co-Vorsitzenden des Forums DL-21 Lino Leudesdorff, Sebastian Roloff und Ülker Radziwill gemeinsam:

 

„Wir begrüßen die gute Entwicklung unserer Partei, die mit der Mitgliederbefragung vor 2 Jahren in Gang gesetzt wurde, ausdrücklich. Besonders programmatisch konnte ein befreiender Erneuerungsprozess eingeleitet werden. Hervorzuheben sind hierbei die Beschlüsse vom Bundesparteitag 2019 zur Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro, zur Einführung einer Kindergrundsicherung oder zur Abkehr von Hartz-4 inklusive des Endes des Sanktionssystems. Damit hat die SPD ihr Profil als linke Volkspartei schärfen können. Mit Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken haben wir über eine Parteispitze verfügt, die diesen Erneuerungsprozess erfolgreich gesteuert hat. Die Menschen im Land haben diesen Erneuerungsprozess der SPD positiv aufgenommen und nicht zuletzt deshalb die Sozialdemokratie wieder zur stärksten Kraft im Land bei den Bundestagswahlen gekürt.

 

Auch wenn diesmal die innerparteiliche Beteiligung für die Vorstandswahlen zu kurz kommt, begrüßen wir, dass mit Saskia Esken eine der beiden Gewinner:innen der Mitgliederbefragung vor zwei Jahren weitermachen will und bedanken uns sehr herzlich für das Wirken Norbert Walter-Borjans. Erfreulich ist ebenso, dass die Trennung von Parteispitze und Regierung gewahrt bleibt. Denn nur so kann die SPD weiterhin eigenständig Themen für die Zukunft setzen. Saskia Esken hat zusammen mit Lars Klingbeil im Bundestagswahlkampf schon bewiesen, dass sie gemeinsam erfolgreich Kampagnen organisieren können. Wichtig ist uns als Forum DL-21, dass der programmatische Erneuerungskurs konsequent weitergeführt wird und möglichst viele Mitglieder im neuen Vorstand sich für diesen Kurs einsetzen. Denn der zukünftige Erfolg der Sozialdemokratie hängt davon ab, ob die SPD auf der Grundlage des neugewonnenen Vertrauens sich wieder als die linke Volkspartei etabliert. Als linker Flügel der SPD sehen wir vor allem folgende vier Themen dafür als bedeutsam an:

 

1. Das gesetzliche Rentenniveau muss oberhalb von 50% stabilisiert werden. Das gehört zum Respekt vor den Lebensleitungen von Millionen Arbeitnehmer:innen.

 

2. Keine Kampfdrohnen. Werden Drohnen als Waffen eingesetzt, ist das der Verlust menschlicher Kontrolle über das Auslöschen menschlichen Lebens. Die SPD sollte sich im Geiste Willy Brandts auf ihre erfolgreiche Friedenspolitik besinnen und deutlich ‚Nein‘ zu bewaffneten Drohnen sagen.

 

3. Mietenmoratorium einführen. Wohnen ist in den Städten längst zur sozialen Frage geworden. Wir fordern ein Länderöffnungsklausel für Mietenmoratorien auf angespannten Wohnungsmärkten. Millionen Mieter:innen brauchen dringend diese Entlastung.

 

4. Die Abschaffung sachgrundloser Befristung. Mehr als drei Millionen Beschäftigte in Deutschland haben nur einen befristeten Arbeitsvertrag – vor allem Unter 30-jährige. Mehr als die Hälfte dieser Befristungen ist ohne Grund befristet. Das muss sofort mit einem Verbot gestoppt werden.“

Pressemitteilung der DL-21 Co-Vorsitzenden Ülker Radziwill, Sebastian Roloff und Lino Leudesdorff zum heute veröffentlichten Koalitionsvertrag

24. November 2021

 

Pressemitteilung der DL-21 Co-Vorsitzenden Ülker Radziwill, Sebastian Roloff und Lino Leudesdorff zum heute veröffentlichten Koalitionsvertrag

 

Koalitionsvertrag ein guter Beginn für sozial-ökologische Modernisierung

 

Der heute der Öffentlichkeit vorgestellte Koalitionsvertrag ist für die drei Vorsitzenden des Forums DL-21 ein guter Beginn einer sozial-ökologischen Modernisierung. Im Verlauf der Regierungsarbeit müssten aber wichtige Versprechen der stärksten Regierungspartei konkretisiert und der Weg zu einer solidarischen Gesellschaft mit Respekt für jeden Einzelnen ausgebaut werden, so eine erste Bewertung der drei Co-Vorsitzenden:

 

„Es sind in den Koalitionsverhandlungen viele positive Ergebnisse aus Sicht der DL-21 erzielt worden. Die SPD-Verhandlerinnen und -verhandler haben in zahlreichen Verhandlungsrunden viele Projekte aus unserem Zukunftsprogramm wie den Mindestlohn von 12 Euro, die Kindergrundsicherung, die Einführung eines Weiterbildungsgelds und vieles mehr durchgesetzt. Als DL-21 werden wir dazu beitragen, dass die gemeinsamen Vorhaben der Koalition mit sozialdemokratischen Werten erfüllt werden. Genauso werden wir kritische Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag konstruktiv mit konsequent linken Forderungen und Vorschlägen begleiten. Dazu zählen für uns:

 

1. Wir halten die Ausstattung der Bundeswehr mit bewaffneten Drohnen für falsch und werden auch weiter für eine Nichteinführung eintreten. Drohnen schüren gewaltsame Konflikte und gefährden damit den Frieden sowie das Leben von Zivilisten und Soldaten weltweit.

 

2. Die vollständige Abschaffung der sachgrundlosen Befristungen konnte in den Verhandlungen leider nicht durchgesetzt werden, auch wenn ein Ende der endlosen Kettenbefristungen auf der Basis von Sachgrundbefristungen eingeleitet werden konnte. Wir werden in der Koalition weiter auf ein vollständiges Ende der sachgrundlosen Befristung drängen.

 

3. Wir begrüßen die Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48%. Wir sind aber überzeugt, dass wir um eine armutsfeste Erhöhung des gesetzlichen Rentenniveaus nicht herumkommen werden. Die wachsende Altersarmut kann nicht mit einer Aktienrente gelöst werden.

 

4. In der Wohnnungspolitik hat die SPD gut nachverhandelt und eine Verschärfung der Mietpreisbremse durchgesetzt. Über das von so vielen Mieterinnen und Mieter sehnlichst erwartete Mietenmoratorium konnte mit der FDP keine Einigung erzielt werden. Gerade auch im Hinblick auf das Bundesverfassungsgerichturteil zum kommunalen Vorkaufsrecht muss die Koalition die Stärkung des Mietrechts zu einem ihrer ersten Gesetzesvorhaben erklären.

 

Die Koalition hat es sich auf die Fahnen geschrieben, einen Aufbruch zu schaffen mit mehr Klimaschutz, mehr sozialer Gerechtigkeit und mehr Freiheit. All die Vorhaben werden Geld kosten. Wir können es nicht zulassen, dass Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag und die sozial-ökologische Modernisierung als oberstes Ziel an der Schuldenbremse scheitern werden. Die Zukunft unseres Landes darf nicht unter Finanzierungsvorbehalt stehen.“

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