Kommentierung der Wahlen in Frankreich

15. Mai 2017

 

von Philippe Loiseau
Vorsitzender der Sektion der Parti Socialiste in Berlin
Vertreter der Auslandsfranzosen in Norddeutschland
http://berlin.ffe-ps.org/

Obwohl Benoît Hamon im Januar die „Urwahl der Linke“ – ein volldemokratisches Verfahren  – mit einem gegen die strenge Sparpolitik der EU gerichteten proeuropäischen, ökologischen, sozialdemokratischen Programm klar für sich entscheiden konnte, ist ihm der Gunst der Wähler im ersten Wahlgang in April fern geblieben. Es ist für uns eine schmerzhafte Niederlage. Der Liebling der Medien und der Bundesregierung…, der hochkarätige Streber der Elitenschule ENA Macron gewann die erste Runde mit 24% der Stimmen. Dieser konnte weltweit sogar 40% der Auslandsfranzosen überzeugen. In Berlin sahen die Ergebnisse so aus: 48% für Macron, 22% für Mélenchon, 15% für Hamon, 8% für Fillon, 2% für Le Pen; es sind in Berlin und in den neuen Bundesländern 12 000 Wähler auf dem Wahlverzeichnis, in Norddeutschland knapp 20 000.

Hamon hatte jedoch viele positive Vorschläge gemacht, zum Beispiel über das notwendige Umdenken für ein neues Europa, über die Solidarität der Europäer mit dem Süden und den Ländern in Südeuropa gerade bei der Flüchtlingspolitik – im Unterschied zu der gewagten sogar unverschämten Kritik an Angela Merkel vom Premier Valls in München. Die Demokratisierung in der Euro-Zone und, innerhalb Frankreich, das Grundeinkommen zur sozialen Einbindung vieler in unseren wachstumsschwachen Zeiten waren ganz oben auf seiner Agenda. Hamon wollte vor allem die BürgerInnen mitnehmen, er hatte deswegen zum Beispiel im Wahlkampf einen „Conseil citoyen“ mit 42 per los ausgewählten Personen gegründet, um sein Programm zu ergänzen. Ein Versuch direkter Demokratie! Die Urnen haben nun gesprochen. Der neue „linksliberale“ (laut deutschen Medien!) 66%-Präsident braucht jetzt eine Mehrheit in der Nationalen Versammlung, die im Juni gewählt wird. Falls er eine Mehrheit bekommt, soll er auch Wort halten und den Franzosen und den Europäern mit gerechten Reformen entgegenkommen. Ist nicht aber ein weiterer liberaler Kurs zu befürchten? 25% der Wähler haben sich in der Stichwahl am 07. Mai der Stimme enthalten, es waren auch über 4 Millionen ungültige Stimmen abgegeben… Kleiner Vertrauensvorschuss!

Möge also die Parti Socialiste sich erneuern! Zwischen den Linken um Mélenchon und dem möglichen künftigen Neo(?)-liberalen Regierungslager gibt es sicherlich einen Weg, der Weg der Sozialdemokratie auf einer endlich klaren Linie für die Welt von morgen, möglichst ohne die Ideen von gestern.

ÖPP-Musterbrief

25. April 2017

In der nächsten Sitzungswoche, also in drei Wochen, Mitte Mai, soll im Bundestag über die Gründung einer Infrastrukturgesellschaft abgestimmt werden, über die eine Privatisierung des Autobahnbaus ermöglicht wird. Eine dieses Vorhabens findet ihr unter anderem, in einem Artikel, den Carl Waßmuth vom Verein „Gemeingut in Bürgerhand“ für die Frankfurter Rundschau verfasst hat. Das parlamentarische Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Daher habt ihr noch die Möglichkeit, Einfluss auf eure Abgeordneten zu nehmen. Wir bieten euch hierfür einen Musterbrief an, den ihr an eure Abgeordneten schicken könnt und den wir euch untenstehend verlinken.

ÖPP-Brief_April_final

Anträge zum Bundesparteitag am 25. Juni 2017

25. April 2017

Am 25. Juni 2017 wird auf dem SPD-Bundesparteitag in Dortmund das Regierungsprogramm für die Bundestagswahl 2017 beschlossen. Antragsschluss ist der 23. Mai 2017.

Wir stellen euch hier Anträge, die unsere Mitglieder in ihren Gliederungen, basierend auf unseren Programmbausteinen erstellt haben, zur Verfügung. Gerne veröffentlichen wir hier auch eure Anträge, wenn ihr sie uns an info@forum-dl21.de schickt. Anträge finden sich außerdem auch auf der Seite der Jusos Laatzen. Auch dort könnt ihr eure Anträge veröffentlichen, um sie möglichst vielen Genossinnen und Genossen zugänglich zu machen.

Antrag Internationales_UB Bonn

Antrag Soziales_Frankfurt_Jusos

Antrag Steuergerechtigkeit_Frankfurt_Jusos

Rentenantrag UBV

Rente Distrikt Bramfeld

Antrag_Rente_SPD Laatzen

Antrag_Ceta_Beschluss KV LÖ

2017_05_19 Umwelt

2017_05_19 Steuern

2017_05_19 SGB II

2017_05_19 Rente

1_Antrag STEUERN_Beschluss KV LÖ

2_Antrag_RENTE_Beschluss KV LÖ

3_Antrag_GESUNDHEIT_Beschluss KV LÖ

4_Antrag_BILDUNG_Beschluss KV LÖ

5_Antrag_WOHNEN_Beschluss KV LÖ

6_Antrag_FLUCHT_Beschluss KV LÖ

7_Antrag_ARBEIT_Beschluss KV LÖ

8_Antrag_INFRASTRUKTUR_Beschluss KV LÖ

9_Antrag_Landwirtschaft_Beschluss KV LÖ

OVM Antrag Tarifvertragssystem Allgemeinverbindlichkeitserklärung aoBPT

OVMeßstetten Änderungsanträge beschlossen Programmentwurf 2017-05-15

OVMeßstetten Antrag Bürokratie abbauen Sanktionen aoBPT

SPD OV_WEICHS_ANTRAG_1_BUNDESPARTEITAG_INVESTITIONEN_HAUSHALT_FINANZEN

SPD OV_WEICHS_ANTRAG_3_BUNDESPARTEITAG_RENTENPOLITIK

SPD-OV_WEICHS_ANTRAG_2_BUNDESPARTEITAG_ARBEIT_SOZIALPOLITIK

Änderungen Leitantrag2017-BW-Programm

Änderungsanträge III der ASJ Regierungsprogramm 2017

Außerdem findet ihr hier unsere Programmbausteine, die ihr als Grundlage für weitere Anträge nutzen könnt.

Friedensförderung: Ein Konzept für die deutsche internationale Politik – kein Instrument des Krisenmanagements

20. April 2017

von Cay Gabbe

Die Bundesregierung sollte nicht nur den Aktionsplan aktualisieren, sondern mutig ein Konzept für die Friedensförderung verabschieden – als Richtschnur für die gesamte deutsche internationale Politik. Der Deutsche Bundestag sollte einen Ausschuss für Friedensförderung einführen.

Es war gut, dass das Auswärtige Amt den Review-Prozess angestoßen hat. Es war gut, dass daraus u.a. die Konsequenz gezogen worden ist, die Krisenprävention zu stärken und es ist begrüßenswert, dass der 13 Jahre alte „Aktionsplan Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung“ durch neue Leitlinien auf der Grundlage eines breiten Diskurses ersetzt werden soll.

„Krisenprävention“ oder „Krisenengagement“ sind jedoch nur ein Schritt. Ihr Denken, ihre Strategien sind von der Zielrichtung her eingeengt – Prävention will Negatives verhindern, ist aber kein primärer Wert wie Frieden, der mehr beinhaltet als die Abwesenheit von gewalthaften Konflikten. Zwar brauchen Gewalt und Terror ein klares Nein. Es ist aber zu wenig, nur etwas zu verhindern und/oder – nachdem das „Kind in den Brunnen gefallen ist“ – den Konflikt zu lösen und erst dann Frieden zu konsolidieren. Das ist allenfalls der halbe, der in der Regel zu späte Weg. Die Politik darf an diesem Punkt nicht stehen bleiben. Es geht darum, aus dem Nein des Präventionsbegriffs heraus zu kommen und politisch Handlungsräume zu schaffen, in denen sich Frieden entwickeln kann – zwischen den Staaten und innerhalb der Gesellschaften.

 

Nicht von den Krisen, sondern vom Frieden her denken

Nach zwei Jahrzehnten, in denen krisen- und sicherheitsorientiertes Denken mit umstrittenen Ergebnissen im Vordergrund stand, ist die Zeit reif für einen neuen Ansatz/für einen Paradigmenwechsel – wir dürfen nicht mehr von Konflikten und  Krisen, sondern müssen vom Frieden her denken. Das ergibt sich auch aus der diesjährigen Friedensbotschaft von Papst Franziskus. Die im September 2015 von den Staats- und Regierungschefs der Welt bei den Vereinten Nationen beschlossene Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung stellt fest: „Wir sind entschlossen, friedliche, gerechte und inklusive Gesellschaften zu fördern, die frei von Furcht und Gewalt sind. Ohne Frieden kann es keine nachhaltige Entwicklung geben und ohne nachhaltige Entwicklung keinen Frieden.“

Deshalb wäre es gut, wenn die Bundesregierung nicht nur den bisherigen Aktionsplan aktualisieren, sondern mutig ein Konzept der Friedensförderung als Richtschnur für die gesamte deutsche internationale Politik vorlegen würde. Es würde für alle Politikbereiche der Bundesregierung (Außen- und Sicherheitspolitik, Außenwirtschaft, nachhaltige Entwicklung, Umwelt und Klima usw.) gelten. Für die zentrale Steuerungsfunktion des Auswärtigen Amts ist es unverzichtbar. Deshalb liegt es – nach den organisatorischen Konsequenzen im Anschluss an den Review-Prozess – im unmittelbaren Eigeninteresse des Amts, jetzt diesen weiteren Schritt zu gehen.

 

Strategisch und politisch unverbraucht: Der Begriff der Friedensförderung

Der Begriff der Friedensförderung hat den Vorzug, dass er sich für ein allgemeines strategisches Konzept eignet, gleichzeitig aber auch für konkrete Politikschritte (z.B. Investitionen in Friedensursachen). Und er ist politisch unverbraucht – das ist als Erkennungszeichen für eine neue Politik oder Akzentsetzung besonders wertvoll. Er sollte deshalb keinesfalls als Instrument des Krisenmanagements  „zur kleinen Münze“ oder zu deren „Anhängsel“ werden.

Ein Konzept der Friedensförderung würde zunächst die wesentlichen positiven Elemente des vorgestellten Friedensbegriffes herausstellen und dann ausführen, mit welchen Instrumenten auswärtigen Handelns Deutschland Frieden fördern und wie es friedensabträgliche Wirkungen vermeiden möchte. Wird Frieden zum Ausgangspunkt und Maßstab politischer Überlegungen genommen, führt das zu anderen Antworten, Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen (z. B. wie Friedensursachen gefördert werden können). Untersuchungen haben das überzeugend gezeigt.

Der von Herrn Dr. Grävingholt  in seinem Beitrag zu Recht geforderte Mechanismus einer Selbstbindung zur Feststellung der „Friedensverträglichkeit des deutschen außenwirksamen Handelns über alle Politikfelder hinweg“ ist der richtige Ansatz. Er sollte um den Gedanken der Friedensförderlichkeit ergänzt werden. Eine solche Selbstbindung wäre leicht zu verwirklichen. Die Bundesregierung müsste lediglich erklären, dass sie dem Bundestag jährlich (oder in einem anderen zeitlichen Rhythmus) einen Bericht über ihre Politik der Friedensförderung im internationalen Bereich vorlegen wird. Dazu würden dann alle Politikbereiche der Bundesregierung beitragen müssen.

 

Ausschuss für Friedensförderung einführen

Falls aufgrund der Umstände und aus zeitlichen Gründen ein strategisches Konzept kurzfristig nicht realisierbar ist, sollten die neuen Regeln sinnvollerweise gleichwohl als „Leitlinien für eine deutsche Politik der Friedensförderung“ verabschiedet werden! Der vorgeschlagene Bericht als Selbstbindung könnte auch dann dort verankert werden. Und das strategische Konzept könnte (zumindest) als Zukunftsaufgabe angekündigt werden.

Auch der Bundestag sollte sich auf eine solche Selbstbindung verständigen und den bisherigen Unterausschuss „Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln“ in einen Ausschuss für Friedensförderung umgestalten, der sich dem friedensfördernden Zusammenwirken aller außenwirksamer Ausschüsse widmet.

 

Cay Gabbe ist Ministerialrat a. D. und  nach langjähriger Tätigkeit für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Ruhestand. Er ist Mitglied im Weltfriedensdienst und in der Bonner SPD zu den Themen Frieden- und Sicherheitspolitik aktiv.

Der Beitrag ist zuerst bei PeaceLab erschienen. Wir danken PeaceLab für die Genehmigung, ihn auch auf unserem Blog zu veröffentlichen.

Bericht DL21-Frühjahrstagung am 31. März und 1. April

4. April 2017

Am 31. März und 1. April 2017 fand in Berlin die DL21-Frühjahrstagung „Linke Perspektive 2017 – Erwartungen an die SPD“ statt.

 

Linke Sicherheitspolitik

Am Vorabend der Tagung diskutierten 50 TeilnehmerInnen mit Harald Baumann-Hasske (AsJ-Bundesvorsitzender), Prof. Dr. Rosemarie Will (Humanistische Union) und Dr. Jan Stöß (SPD-Bundesvorstandsmitglied) über das Thema Linke Sicherheitspolitik. Ausgangspunkt bildete der Terroranschlag vom 19. Dezember 2016 in Berlin und die darauffolgenden Gesetzesverschärfungen.

Diesen stand Harald Baumann-Hasske kritisch gegenüber. Die Regelungen seien eigentlich schon ausreichend, es fehle aber der Vollzug. Die Polizei habe zu wenig Personal und die Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden lasse ebenfalls zu wünschen übrig. Zum Fall Anis Amri stellte Baumann-Hasske fest, dass dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit in Abschiebehaft genommen hätte werden können, da er schon straffällig geworden sei.  Sehr kritisch äußerte er sich über den Begriff des Gefährders. Denn die meisten Gefährder in Deutschland besäßen die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie könnten also gar nicht abgeschoben werden. Wir müssten uns daher fragen, warum sich deutsche Staatsbürger radikalisieren und überlegen, was wir präventiv tun könnten, wo soziale Brennpunkte seien und wieso wir über Sozialarbeit diese Entwicklung nicht erkennen und gegensteuern könnten.

Zudem ging Baumann-Hasske auf das Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung ein. Obwohl die Kriminalität in den letzten Jahren abgenommen habe, sei das Unsicherheitsgefühl gestiegen. Das hänge auch mit der fehlen sozialen Sicherheit zusammen. Wenn sie fehle, steige nämlich auch das Unsicherheitsgefühl.

Zum Thema Flüchtlinge erklärte er, das Problem sei nicht die Bewältigung der Unterbringung der Geflüchteten gewesen, sondern die Angst der Politiker, dass die Menschen die Schutzsuchenden nicht aufnehmen wollten.

Prof. Dr. Rosemarie Will sagte, es sei klar gewesen, dass die Sicherheitsgesetze verschärft werden würden, sobald ein Anschlag in Deutschland geschehe. Wie Baumann-Hasske konstatierte auch sie ein Vollzugsdefizit. Sie stellte fest, dass Deutschland sich nach und nach immer weiter in Richtung eines Überwachungsstaates entwickele. In diesem Zusammenhang kritisierte sie auch die Vorratsdatenspeicherung. Diese sei aus bürgerrechtlicher Perspektive höchst bedenklich. Hoffnung gebe allerdings das Urteil der EuGH, das die schwedische Vorratsdatenspeicherung gerade gekippt habe. Es sei möglich, dass auch die deutsche Version wieder revidiert werde.

Mit Blick auf die die Geheimdienste zeigte Will sich äußerst kritisch. Sie forderte, Kompetenzen von Geheimdiensten weg und hin zur Polizei zu verlagern. Sie kritisierte, dass so getan werde, als seien Grundrechte nichts wert und die Befugnisse des Staates immer mehr erweitert würden. Dadurch kämen wir als SPD permanent in die Defensive.

Jan Stöß kritisierte mit Blick auf die Vorratsdatenspeicherung, die Rolle, die die SPD in diesem Zusammenhang gespielt hatte. Es sei nicht die Rolle der SozialdemokratInnen gewesen, die Vorratsdatenspeicherung einzuführen. Der neuen Bedrohung durch den Terrorismus müsse man durch verstärkte Polizeipräsenz begegnen, nicht mit der Einschränkung von Bürgerrechten. Diesen Ansatz verfolge etwa die rot-rot-grüne Koalition in Berlin. Er plädierte außerdem dafür die Debatte nicht um innere, sondern um öffentliche Sicherheit zu führen. Denn auf öffentliche Sicherheit seien die Leute angewiesen, die sich Sicherheit nicht kaufen können.

Einig waren sich alle Teilnehmerinnen, dass weder Videoüberwachung, noch Fußfesseln geeignete Maßnahmen zur Verhinderung von Anschlägen sind. Die DL 21 wird im Sommer eine Veranstaltung zum Themenbereich öffentliche Sicherheit anbieten.

 

Mitgliederversammlung

Am Samstag fand zunächst die Mitgliederversammlung mit Neuwahlen des Vorstandes statt. In ihrer Eröffnungsrede ging die DL21-Vorsitzende, Hilde Mattheis, auch auf die aktuelle Lage der SPD ein. Die GenossInnen dürften sich von der Kritik an der Partei nach der Saarlandwahl nicht beeindrucken lassen. Stattdessen sollten wir uns besser über die zahlreichen Eintritte in SPD und DL freuen und uns davon motivieren lassen.  Umfragewerte seien allerdings keine Wahlergebnisse.

Nachfolgend berichtete sie über die Arbeit der DL21 in den vergangenen zwei Jahren. Der Schwerpunkt habe weiterhin darauf gelegen, die Mitgliedschaft einzubinden und die Basisarbeit zu verbessern. Sie verwies auf die vergangenen Tagungen und zahlreichen Dialog-Veranstaltungen der DL. Darunter auch die Frühjahrstagung in Erfurt 2015, auf der es bei einer rot-rot-grünen Podiumsdiskussion, an der auch Ministerpräsident Ramelow teilgenommen hatte, um die Arbeit dieser progressiven Koalition gegangen war. Die Tagung habe gezeigt, dass Rot-Rot-Grün ein Modell für den Bund sein kann stellte Mattheis fest.

Die Erarbeitung der Positionen für ein linkes Wahlprogramm sei für die DL 21 wieder basisorientiert organisiert worden. Diese werden nun als Vorlage für Anträge angeboten.

Inhaltlich sei es in den vergangenen zwei Jahren neben der Vorbereitung auf die Bundestagswahl außerdem um Vorratsdatenspeicherung, CETA und Flüchtlingspolitik gegangen. Ein weiteres Thema sei die geplante Infrastrukturgesellschaft und die damit verbundene Gefahr von ÖPP. „Wir sind nicht da, um Banken und Versicherungen zu Renditegeschäfte zu verhelfen,“ stellte Mattheis klar.

Mattheis zeigte sich darüber erfreut, dass die Positionen der DL21 mit dem Werben für mehr Gerechtigkeit jetzt wieder im Mainstream der Partei sei. Sie forderte die Anwesenden dazu auf, das Angebot von Martin Schulz, dass die Parteiflügel ihre Forderungen in die SPD einbringen könnten, anzunehmen.

Abschließend verwies sie auf die steigenden Mitgliederzahlen der DL21 und die bestehenden Kooperationen mit AfA, Jusos, AG Mig und den Falken.

Bei den anschließenden Wahlen wurde Hilde Mattheis einstimmig wiedergewählt. Als StellvertreterInnen wurden Knut Lambertin, Lino Leudesdorff, Ulla Meurer und Ülker Radziwill, MdA mit breiter Unterstützung gewählt. Neuer Schatzmeister der DL21 wurde der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lothar Binding.

Als BeisitzerInnen wurden gewählt: Ulrike Breth, Alf-Tomas Epstein, Michael Groß, MdB, Rita Hagl-Kehl MdB, Dierk Hirschel, Christian Kleiminger, Dietmar Köster, MdEP, Matthias Miersch, MdB, Mechthild Rawert, MdB, Detlev Pilger, MdB, Hauke Schmiegel, Ewald Schurer, MdB, Stefan Stache, Josephin Tischner, Simon Witsch und Burkhard Zimmermann.

 

Erwartungen an die SPD im Wahljahr 2017

Vortrag und Diskussion mit Frank Bsirske

Am Nachmittag ging es dann an die Erwartungen, die Gewerkschaften, Verbände und NGOs an die SPD haben. Den Auftakt machte der ver.di-Vorsitzende, Frank Bsirske. In seiner Rede ging er auf drei Handlungsfelder ein, die für seine Gewerkschaft zentral seien. 1. Rentenversicherung und paritätische Krankenversicherung, 2. Sichere Arbeit und Stärkung des Tarifsystems, 3. Handlungsfähiger Staat. Dabei traten zahlreiche Überschneidungen zwischen den Zielen von ver.di und der DL21 zutage.

Hinsichtlich des ersten Handlungsfeldes betonte Bsirske die Bedeutung der Sicherung des Rentenniveaus. Dies müsse ab 2020 wieder auf 50 Prozent gehoben werden, der Beitragssatz solle nicht über 25 Prozent steigen. Um das zu ermöglichen, müsse der Bundeszuschuss jährlich um 32, Milliarden Euro erhöht werden.  Außerdem müsse die Rente von GeringverdienerInnen aufgestockt werden, damit sie über das Grundsicherungsniveau kämen. All diese Forderungen finden sich auch im Programm der DL21 wieder. Bsirske verwies außerdem auf die Erwerbsminderungsrenten, die angehoben werden müssten – ein Punkt, dem die DL21 mit Sicherheit nicht widerspricht.

Mit Blick auf das zweite Themenfeld ging Bsirske vor allem auf die Tarifbindung ein, die verbessert werden müsse. Die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen solle erleichtert werden. Zudem solle die Mitbestimmung erweitert und prekarisierter Arbeit (Minijobs, Leiharbeit, Scheinselbstständigkeit und sachgrundloser Befristung) entgegengewirkt werden. Auch diese Ziele werden von der DL21 geteilt.

Beim dritten Themenfeld, handlungsfähiger Staat, ging es vor allem um staatliche Investitionen, um etwa das unterfinanzierte Bildungssystem zu stärken und mehr sozialen Wohnungsbau zu schaffen. Hohe Vermögen und Erbschaften müssten daher angemessen besteuert werden, die Abgeltungssteuer solle abgeschafft werden. Er kritisierte außerdem die Fokussierung auf die schwarze Null, was in Zeiten von Negativzinsen nicht haltbar sei. All diese Punkte finden sich auch in den Programmbausteinen der DL21 wieder.

 

Podiumsdiskussion

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellten Wilhelm Schmidt (Präsident AWO), Hubert Weiger (Bundesvorsitzender BUND), Ellen Ehmke (Oxfam), Lisi Maier (Deutscher Frauenrat) und Julia Duchrow (Brot für die Welt) ihre Forderungen an die SPD im Wahljahr vor.

Wilhelm Schmidt betonte die Bedeutung von sozialer Gerechtigkeit. Um dies zu erreichen brauche es eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer und eine Erbschaftssteuer, die reiche Erben angemessen belaste. Darüber hinaus müsse Bildung von Anfang an, also von der Kita an, kostenfrei sein. Um diese Forderungen durchzusetzen müsse man Bündnisse schmieden und diese nutzen, um Veränderung zu ermöglichen. Innerhalb der SPD müsse es zudem erträglich sein, linke Kritik am aktuellen Kurs zu formulieren.

Julia Duchrow ging auf das Thema Flucht und Migration ein. Hier habe die SPD in der großen Koalition viel Vertrauen verspielt. Eine neue Regierung müsse mehr tun, um Flüchtlinge zu schützen. Das individuelle Recht auf Asyl müsse bestehen bleiben. Wichtig sei außerdem die strukturelle Bearbeitung der Fluchtursachen. Die Politik der der EU müsse in allen Bereichen darauf untersucht werden, ob sie nicht zu weiteren Fluchtursachen führt. Rüstungsexporte müssten gestoppt werden und stattdessen ziviles Engagement gefördert werden

Flucht und Migration war auch ein Thema von Lisi Maier. Sie kritisierte, dass Deutschland zurzeit die schärfste Asylgesetzgebung seit Ende des Zweiten Weltkriegs habe. Durch die Aussetzung des Familiennachzugs hätten Frauen oft gar nicht mehr die Chance, den Gefahren von Krieg und Gewalt zu entkommen, da die Flucht für Frauen besonders gefährlich sei. Die deutsche Familienpolitik betreffend forderte sie das Elterngeld Plus auszubauen, und falsche Fördermodelle, wie etwa das Ehegattensplitting, nicht weiter auszubauen.

Hubert Weiger verwies auf den Zusammenhang von ökologischer und sozialer Gerechtigkeit. Durch den menschengemachten Klimawandel würden Milliarden von Erdbewohnern ihrer Existenzgrundlage beraubt. Um dem entgegenzuwirken bräuchten wir einen starken Staat bzw. eine starke Staatengemeinschaft, die sich nicht als Wegbereiter für Finanzinteressen verstehe, sondern das Gemeinwohl im Fokus habe. Es seien vor allem die Ärmsten, die auf Umweltschutz angewiesen seien. Die Reichen brächten sich nämlich schon rechtzeitig selbst in Sicherheit, die Ärmsten saufen im wahrsten Sinne des Wortes ab.

Ellen Ehmke machte deutlich, dass Gerechtigkeit, nicht ohne weltweite Gerechtigkeit denkbar sei. Wir könnten unseren Wohlstand nicht auf Kosten von Menschen des globalen Südens erwirtschaften. Dazu müsse etwa die Steuervermeidung von Unternehmen angegangen werden. Die SPD sollte sich hier für internationale Regelungen einsetzen (sowohl auf europäischer als auch auf UN-Ebene). Kritisch blickte sie auf das Modell einer großen Koalition. Denn in so einer Regierungskonstellation seien die guten DL-Forderungen nicht durchsetzbar.

 

Liebe Genossinnen und Genossen, auch der neue Vorstand sieht sich in der Pflicht und Tradition, diese breiten Debatten zu führen und für linke Impulse in der SPD zu sorgen. Über eure Unterstützung freuen wir uns.

 

 

Gleiche Macht. Gleiche Zeit. Gleiches Geld.

8. März 2017

Zum Weltfrauentag fordert Hilde Mattheis eine gerechte Verteilung von Macht, Zeit und Geld.

„Seit der Einführung des Weltfrauentages hat sich in Sachen Gleichberechtigung viel getan. Von einer gerechten Verteilung von Macht, Zeit und Geld sind wir jedoch noch weit entfernt – auch in Deutschland. Immer noch verdienen Frauen weniger Geld als Männer, tragen die Hauptlast der Sorgearbeit und sind in den Führungsetagen großer Unternehmen stark unterrepräsentiert. Das muss sich ändern“, fordert Hilde Mattheis.

„Mit der Einführung einer Frauenquote von 30% für Aufsichtsräte in börsennotierten, mitbestimmungspflichtigen Unternehmen und dem auf den Weg gebrachten Gesetz zur gleichen Entlohnung von Frauen und Männern hat die SPD schon einiges für die Frauen im Land getan“, so Mattheis. „Aber das reicht nicht. Um unsere Vision einer menschlichen Gesellschaft umzusetzen, muss die Frauenquote ausgeweitet werden. Darüber hinaus müssen die sozialen Berufe, in denen vor allem Frauen tätig sind, aufgewertet werden. Wir brauchen bei diesen Berufen eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Zentral ist außerdem das Aufbrechen von Rollenbildern. Dazu kann auch das von Ministerin Schwesig vorgeschlagene Modell der Familienarbeitszeit beitragen. Dadurch würden Männer und Frauen endlich gleichermaßen in die Pflicht genommen, sich um den gemeinsamen Nachwuchs zu kümmern.“

Bericht: DL21-Funktionärstagung am 17.02.2017

27. Februar 2017

Wie können wir mehr Mitglieder gewinnen und sie auch einbinden und in der Partei halten? Was können wir in dieser Hinsicht von anderen erfolgreichen sozialdemokratischen Parteien und Gruppierungen lernen? Wie geht gute Politik? Das waren die Fragen, die im Zentrum der DL21-Funktionärskonferenz am 17.02.2017 in Berlin standen. In ihrer Begrüßung verwies die die DL-Vorsitzende, Hilde Mattheis, auf die vielen Mitglieder, die seit der Wahl Trumps zum neuen US-Präsidenten, aber vor allem seit der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten in die Partei eingetreten sind. Um sie zu halten und müssten sie nun aktiv eingebunden werden. Die DL21 habe mit ihrer Art des hierarchiefreien und basisorientierten Arbeitens bereits seit Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht. So ist auch das aktuelle Programmheft der DL21 mit Forderungen zur Bundestagswahl 2017 basisdemokratisch erarbeitet worden, indem sich alle Mitglieder online und auf Tagungen in den Prozess einbringen konnten.

Wie wichtig Offenheit und Zuhören sind, betonte auch die Bundesgeschäftsführerin Juliane Seifert in ihrem Grußwort. Die Mitglieder sollten die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen. Aber auch InteressentInnen und UnterstützerInnen der Partei wolle man aktiv ansprechen und ihnen Angebote zur Mitarbeit machen. Wichtig sei es, den Kontakt zu ihnen zu verstetigen. Gerade auf Frauen müsse die Partei ganz aktiv zugehen.

Diese Position fand viel Lob des Parteienforschers Prof. Dr. Uwe Jun, der in seinem Vortrag darauf einging, wie gute Parteiarbeit funktionieren kann. Es sei wichtig, ein Nebeneinander von etablierter Mitgliedschaft und der Beteiligung von SympathisantInnen zuzulassen. Auch er unterstrich das Interesse der Mitglieder, an Entscheidungsprozessen beteiligt zu werden. Er plädierte dafür, ihnen daher noch mehr Mitwirkungsmöglichkeiten zu geben. Als ein Beispiel nannte er TTIP. Es wäre gut gewesen, wenn die Mitglieder darüber hätten entscheiden könne, so Jun.

Allgemein stellte er klar, dass Mitglieder die zentrale Ressource einer Partei darstellten. Denn über sie sei erst die Rückkoppelung mit der Gesellschaft möglich – und damit verbunden die Responsivität (also die Reaktion auf gesellschaftliche Belange). Da Mitglieder als Legitimationsbasis einer Partei dienten, steige deren Akzeptanz mit der Zahl der Menschen, die ihr angehörten. Neben der Wählerzentriertheit müsse daher die Mitgliederzentriertheit immer ein wichtiges Standbein von Parteien darstellen. Mitglieder gewinne man vor allem über Inhalte, Autentizität und ganz zentral über die Möglichkeiten zur Teilhabe.

Dr. Katharina Oerder, Leiterin des Hauptstadtbüros des MIT (Institut für Mitbestimmung Innovation und Transfer) stellte am Beispiel von Gewerkschaften dar, wie Großorganisationen Mitglieder gewinnen können. Um SympathisantInnen dazu zu bringen, einer Gewerkschaft beizutreten, sei vor allem die persönliche Ansprache wichtig. Übertragen auf die SPD bedeute dieses Ergebnis, dass eine Mitmachkultur in der Partei geschaffen werden müsse. Sie müsse ihren Anhängern zuhören, deren Bedürfnisse aufnehmen und vor allem dann auch wirklich entsprechend handeln. Nicht zuletzt gelte es auch, die EhrenamtlerInnen zur Mitgliederwerbung motivieren und die Überzeugungsfähigkeit von MitgliederwerberInnen zu trainieren und zu schulen.

In der anschließenden Diskussion mit den TeilnehmerInnen ging es auch darum, wie man bestimmte Gruppen, etwa die Jugend oder Frauen, besser ansprechen könne. Katharina Oerder wies darauf hin, wie wichtig die gezielte Ansprache von Frauen sei, wenn man ihren Anteil in Parteien erhöhen wolle. Um eine Mitgliedschaft für Frauen attraktiv zu machen, müsse sich außerdem der Führungsstil in der Partei ändern. Es reiche nicht aus, nur über Frauenförderung zu sprechen, wenn bei der Vergabe von Listenplätzen davon nichts mehr zu spüren sei. Den Zielgruppen, die man ansprechen wolle, müsse man auch auf den vordersten Listenplätzen ein Gesicht geben. Uwe Jun erklärte, eine Partei müsse niedrigschwellige und punktuelle Angebote machen, um für junge Menschen attraktiv zu sein.

Im zweiten Teil der Tagung stellten zwei VertreterInnen aus Österreich und Großbritannien Best-Practise-Beispiele vor: Eva Maltschnig, die Vorsitzende der Sektion 8 berichtete über die Arbeit dieser Gruppierung der Wiener SPÖ, die sich mit einem deutschen Ortsverein vergleichen lässt. Im Gegensatz zu den anderen Sektionen der Partei, arbeite die Sektion 8 wie eine NGO. Ihr Motto: „Wir machen Stress!“ Wenn ihnen etwas (in der Partei) nicht passt, gehen die etwa 30 bis 40 AktivistInnen der Sektion, die insgesamt etwa 300 Mitglieder hat, öffentlichkeitswirksam und lautstark dagegen an. Dabei suchten sie sich gezielt Verbündete in der Gesellschaft, die ihre Position teilten. Wenn ihre Forderungen von einer signifikanten Gruppe der Bevölkerung mitgetragen würden, hätten sie innerhalb der Partei damit größere Erfolgschancen, so Eva Maltschnig. Entscheidend für ihren Erfolg sei außerdem die Zeit, die die Mitglieder in die ehrenamtliche Arbeit investierten und für ihre Ziele zu kämpfen. Denn geschenkt gebe es nichts, man müsse sich für, das, was man erreichen wolle, stark machen.

Mohammed Afridi berichtete im Anschluss über die Arbeit der Graswurzelbewegung Momentum, die in Großbritannien Jeremy Corbyn unterstützt. Die Gruppe hatte sich kurz nach der Wahl Corbyns zum neuen Parteivorsitzenden von Labour gegründet, um die Aufbruchsstimmung zu dieser Zeit aufrechtzuerhalten. Sie ist inzwischen auf 22.000 Mitglieder angewachsen. Momentum hat Jeremy Corbyns Wiederwahl unterstützt und ihm dadurch zu einer größeren Mehrheit als bei der ersten Wahl verholfen. Momentum zeichne sich dadurch aus, in lokalen Gruppen zu arbeiten, die nicht von der Zentrale gesteuert würden, erklärte Mohammed Afridi. Außerdem stellte er dar, wie stark Momentum auf moderne Kommunikationsmittel setze, etwa auf Apps für Smart Phones, die eigens von Mitgliedern entwickelt worden sei. Es gehe dabei darum, den Menschen die Gründung von Mikro-Gemeinschaften zu ermöglichen. Daneben würden aber auch themenbezogene Netzwerke gegründet. Außerdem biete Momentum seinen Mitgliedern auf Konferenzen verschiedenste Schulungen an: von Sprachtraining über die Nutzung von Social Media bis hin zum Schnitt von Filmen. An dieser Stelle danken wir Peter Senft noch einmal für seine hervorragende Übersetzung!!!

 

Linke Perspektive 2017

27. Februar 2017

Im Bundestagswahlkampfjahr 2017 muss die SPD mit klaren Positionen um Unterstützung werben. Klare Positionen sind Grundvoraussetzung dafür, dass wir Wählerinnen und Wähler erreichen und für diese glaubwürdig sind. Denn wir müssen feststellen, dass Bürgerinnen und Bürger den etablierten Parteien immer mehr misstrauen und ihnen immer weniger zutrauen.  Das ist keine taktische Empfehlung. Sie ist dem sozialdemokratischen Anspruch geschuldet, die Gesellschaft gerecht und solidarisch zu gestalten.

Das Forum DL21 hat sich 2016 auf seiner Frühjahrs- und Herbsttagung mit den von unseren Mitgliedern formulierten Schwerpunktthemen befasst:  Arbeit und Soziales, Europa und internationales, Umwelt und Landwirtschaft, Investitionen und Steuern.

Jedes Mitglied der DL21 hatte selbstverständlich die Möglichkeit, sich konkret in die Erarbeitung der Texte einzubringen. Viele haben dies dankenswerterweise getan. Damit konnte die DL21 wieder deutlich machen, dass das Angebot von hierarchiefreiem Entwickeln von Positionen angenommen wird. Die Abschlussdebatte fand bei unserer Herbsttagung in Hamburg statt.

Die Ergebnisse findet ihr hier verlinkt: Linke Perspektive 2017

Ihr könnt diese Texte als Grundlage für Anträge für das SPD-Regierungsprogramm nutzen.

CETA enthält weiterhin Fallstricke

16. Februar 2017

Berlin, 15.02.2017 – Anlässlich der heutigen Zustimmung des Europäischen Parlaments zum kanadisch-europäischen Freihandelsabkommen CETA erklärt Hilde Mattheis:

 „Diese Entscheidung des Europäischen Parlaments ist bedauerlich. Es ist in den vergangenen Monaten klar geworden, welche Probleme und Fallstricke in CETA verborgen liegen. Das unterschiedliche Abstimmungsverhalten im Parlament macht klar, dass auch viele SozialdemokratInnen diese Probleme weiterhin sehen und den Handelsvertrag in der Form nicht mittragen können.

Die SPD hat zuletzt auf dem Konvent im Herbst 2016 beschlossen, dass in den CETA-Entwurf deutliche Verbesserungen reinverhandelt werden müssen und dass die Zivilgesellschaft und die nationalen Parlamente intensiv in die Beratungen auf europäischer Ebene eingebunden werden müssen. Hier wäre eine ausführlichere parlamentarische Beratung im Europaparlament wünschenswert gewesen. Es rächt sich, dass die SPD der vorläufigen Anwendung von CETA zugestimmt hat. Dies muss in den nationalen Parlamenten nachgeholt werden. Ein Vertrag, der Gefahr läuft, europäische Schutzstandards zu unterlaufen, kann nicht in unserem Sinne sein.“

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